Sonntag, Januar 29, 2006

Irgendwann ist jeder Geburtstag einmal vorbei...

Sonntag, 29. Januar 2006...damit ist mein Geburtstag dann wohl jetzt endgültig vorbei. Schade eigentlich, Geburtstage geben einem so tolle Ausreden für alles mögliche und insbesondere für phantastische Geburtstagsfeiern ;-) Leider stellen sie keinen Grund dar, keinen Vortrag halten zu müssen - aber gut, das hab ich überstanden. Dafür ging es direkt nach meinem Geburtstag-Vortrag über die "Umwandlung der Geschlechter bei Catull" zur Umwandlung des Tages von Arbeits- zu Feiertag.
Nach einem phantastischen Abendessen im Thai-Café (hmmm!) mit meinen Mädels (das Foto ist zugegebenermaßen nicht bestens gelungen, aber ich hatte meine Kamera leider nicht dabei...von links nach rechts: Veronica, Frances, myself und Jamie), gabs unerwarteterweise ein kostenloses Geburtstags-Eis bei Greater's (wer sich selbst von dessen grandioser Qualität überzeugen will, kann ja mal hier vorbeischauen). Überhaupt sind Geburtstage in den USA vollkommen günstig, finanziell gesehen: Hier lädt man nicht ein, sondern wird auf alles eingeladen...nun ja, das war mir doch ein wenig zu komisch, sodass ich meinen Geburtstag kurzerhand als echt deutsch deklariert habe und so mein schlechtes Gewissen wegschieben konnte.
Nach dem Essen gings dann zu Murphy's - meinem Lieblings-Pub (und günstigerweise gleich bei mir um die Ecke, maximal 90 Sekunden Wegstrecke!), wo dann in größerer Runde weitergefeiert wurde. Der Großteil der Leute dort waren die internationalen Studenten, aber auch ein paar von meinen Kommilitonen waren dabei. Dort gab es dann Geschenke - yeah! Bin jetzt stolze Besitzerin des "SET"-Kartenspiels und einer Kollektion italienischer Kühlschrankmagnete für Kühlschrankpoesie vom Feinsten! Nicht zu vergessen: Die von Nadine extra aus Deutschland importierten Tempo-Taschentücher, echt mehrlagig und reißfest! Man wird hier in den USA in Sachen Taschentücher wirklich anspruchslos ;-). Nach einer kleinen Aufwärmphase (am liebsten versüßt durch meinen Lieblingsdrink "Car-Bomb"), stieg dann die Party!
Und ab Mitternacht, ja spätestens jetzt musste ich der hässlichen 23-Zukunft ins Auge blicken, feierten wir dann Stefans Geburtstag (der hat wenigstens die 23 schon hinter sich...). Da Bars im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einem leider nicht die Freiheit geben zu feiern, wie lange man selbst möchte, endete diese Party dann um 2, als die Bar (wie üblich) schloss (oh, American Dream!).
Aber am Wochenende sollte ja weitergefeiert werden, sodass sich die Betrübnis im Rahmen hielt. Freitag ging es mit meinen Kommilitonen und ein paar internationals nochmal zu Murphy's - und dann, Geburtstagskind durfte entscheiden!, zu meiner Lieblings-Friday-Night-Location: Jacobs, 80er-Jahre-Party!
Dann war auch schon der Samstag, der Tag DER Party da. Wlad und Kathi hatten ihre Wohnung für die Geburtstagsfeier von Stefan, Carsten und mir zur Verfügung gestellt (DANKE!), sodass wir uns erst einmal alle dort warm feierten, um dann zum grandiosen Longworth's zu fahren. Auch das ist eine meiner Lieblingsbars (ich mach auch noch was anderes hier, als Bars zu testen - wirklich!) wegen der Vielfalt dort: unten ist es eine gemütliche Kneipe mit rockiger Live-Musik, oben gibts dann die DJ-Tanzfläche für body-shaken. Dort gabs natürlich wieder genügend Car-Bombs (dieses Mal nur ohne fotografische Dokumentation) und als die Bar schloss (ratet mal, wann...ja, genau, 2 a.m.), verlagerten wir den Party-Mittelpunkt zurück zu Kathi und Wlad ins Clifton-House. Mit einem sehr vielfältigen 70er - 80er - 90er - Mix tanzten wir uns dann irgendwann früh morgens müde...tja, und das war dann wohl der definitive Abschluss des Geburtstages! Aber gelungen, das steht fest! Fotografische Dokumentation folgt, aber Nadine hat auf ihrem Blog schon vorgelegt (siehe Link-Liste).
Auch wenn dieser 23. Geburtstag ohne direkte, persönliche familiäre Beteiligung war, so hatte ich meine Liebsten ja per Videobotschaft (die verbarg sich nämlich hinter dem mysteriösen Kalender-Geburtstagsgeschenk!) bei mir - DANKE, ihr Lieben! Wer übrigens noch immer daran zweifelt, ob ich tatsächlich bis zum 24. Januar gewartet habe, um das Geschenk zu öffnen, der darf die Zeugenaussage meiner Mama zur Kenntnis nehmen, die um Mitternacht Cincinnati-Time live am Telefon dabei war, als ich mich dem guten deutschen Klebeband auf, unter und um die CD herum abmühte!
So, nun stürze ich mich also in das 24. Lebensjahr (das macht es doch ein wenig erträglicher...danke, Andreas und allen anderen, die mir aufmunternde "23-ist-doch-gar-nicht-so-hässlich"-Worte mit auf den Weg gegeben haben!) hier in den USA und harre gespannt, aber nicht untätig natürlich ;-) , der Dinge, die da so kommen mögen!

Sonntag, Januar 22, 2006

Der Countdown läuft

Nur noch zwei Tage bis zu meinem Geburtstag ;-) ... und dann kann ich endlich das Geschenk aufmachen, welches seit meiner Abreise aus Deutschland auf dem Januar-Kalenderblatt klebt. Als Beweis meiner Standhaftigkeit hier das Foto vom ungebrochenen Siegel! Geburtstagspläne gibts auch schon genügend, wie ihr euch vorstellen könnt. Nur ich kann mir noch nicht vorstellen, 23 zu werden...ich finde, das ist die hässlichste Zahl überhaupt (ich beschwer mich ja nicht, dass das alt wär, aber ästhetisch ist "23" nun wirklich nicht) - also, "23"-Erfahrene Leser, ich erwarte aufmunternde Kommentare!
Diese Woche war extrem turbulent. Nach dem grandiosen Feiertag "Martin-Luther-King-Day", kurz MLK, (dafür liebe ich die Amis...diese Feiertage, die keinem so richtig (mehr?) was bedeuten...und natürlich für die allgegenwärtigen Abkürzungen!) mit blauem Himmel und Sonnenschein bei 20°C (das sind laut meinem unentbehrlichen Umrechnungshelferlein 68° Fahrenheit), konnte ich eine geschlossene Schneedecke über Cincy am Dienstag beobachten. Da es am Mittwoch aber ununterbrochen regnete, blieb die weiße Pracht leider nicht lang erhalten. Aber zumindest haben wir keine russischen Verhältnisse wie grad zu Hause (wie ich lese) von -20° (was sogar in Fahrenheit schon MINUS ist! ;-)
Am Freitag stand dann unsere traditionelle Coffee-Hour an. Das ist fast schon zur Institution geworden als Gegenveranstaltung zur grandios schlechten offiziellen Coffee-Hour der Universität. Jeder bringt etwas zu Essen oder zu Trinken mit (interessanterweise richtet sich das meist nach dem Geschlecht... ;-) - ursprünglich hieß es, dass man etwas Typisches aus seinem Land mitbringt. Aber dass mir schnell die Ideen ausgehen bei für mich machbaren deutschen Gerichten, dürfte jedem, der mich kennt, klar sein. Also legte ich mich ins Zeug und zauberte all-American Brownies - hmmmmmmmmmm! Dieses Mal waren wir bei Nadine (die übrigens auch in Rostock studiert hat, bevor sie hierher gekommen ist!) eingeladen. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten (Nadine hatte einfach zu viele gute deutsche Süßigkeiten mitgebracht!), führte Veronica uns dann in die Welt von "Set" ein - dem besten Kartenspiel, das ich seit Langem kennen gelernt habe. Meine Mission ist es jetzt, dieses Spiel nach Deutschland zu bringen... okay, wahrscheinlich bin ich nicht wirklich die erste, die das Spiel nach Deutschland bringt, aber ich glaube, dass einige von euch dieses Spiel lieben werden!!! Über meine Begeisterung für "Set" hab ich dann auch glatt das "Flip-Cup-Spielen" der Jungs vollkommen verpasst - aber die hatten auch so offensichtlich ne Menge Spaß!
Um meine Ringkomposition perfekt zu machen, zurück zu meinem Geburtstag ;-) Nachdem ich meinen Vortrag hoffentlich erfolgreich hinter mich gebracht haben werde (drückt mir die Daumen: Ich soll aus einem 2-Seiten-Artikel einen 7-seitigen Aufsatz machen und den präsentieren...das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt!), werde ich am Dienstag abends mit meinen besten Freunden hier thailändisch essen und danach in größerer Runde in einem Pub feiern gehen - das bietet sich umso mehr an, als Stefan ab Mitternacht Geburtstag hat (der hat das hässliche "23"-Jahr dann aber hinter sich...), sodass einfach weitergefeiert werden kann. Am Samstag steigt dann die große Party, deren Ort und Ausführung aber noch in den amerikanischen stars (and stripes ;-) steht. Ich lass euch Näheres in meinem nächsten Eintrag wissen - dass ihr alle herzlich eingeladen seid, versteht sich von selbst! Für Gäste aus Europa, stelle ich meine Wohnung als Unterkunft natürlich gern zur Verfügung ;-)

Montag, Januar 16, 2006

Back in town

So, zurück in Cincinnati seit genau einer Woche heute. Dass ich jetzt erst schreibe, zeigt euch in Echtzeit, dass ich von der Uni gleich vollkommen eingenommen wurde. Aber eins nach dem Anderen.
Montreal war phantastisch! Ich war am Donnerstag in aller Frühe hier in Cincinnati losgeflogen (nachdem ich den Extra-Security-Check mitgemacht hatte...ich weiß ja, dass ich nicht bestgelaunt war um 6:30 morgens am Flughafen, aber das macht mich doch nicht gleich zum Terroristen...) - Ziel war eigentlich, früh genug vor der Konferenz in Montreal zu sein, sodass ich mich noch ein wenig in der Stadt umschauen könnte. Aber United Airlines (Thank you sooo much!!! GRRRR!) verschlampte mein Gepäck und so hatte ich alle Zeit der Welt...nur leider am Flughafen. Mein Koffer kam erst am nächsten Abend an - naja, immerhin werde ich in Zukunft meine Sachen für so einen Notfall ein wenig anders packen - Zahnbürste gehört ins Handgepäck ;-)
Die Konferenz der Altphilologen und Archäologen Nordamerikas war riesig. Offiziell ging es um die vielen, vielen Vorträge - aber eigentlich auch nicht, denn es war ein großes Wiedersehen für alle und jeden bzw. Kennenlernen für so Leute wie mich, die vorher noch nie auf so einem Treffen gewesen waren. Frau Alexandridis, meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington forscht, war auch da, sodass wir auch unser Heimat-Institut würdevoll vertreten konnten in der Ferne. Nach 2 1/2 Tagen ausgefüllt mit besagten Vorträgen und abendlichen Feiern, konnte ich mich am Sonntag und Montag dann endlich Montreal widmen. Ich konnte im Museum of Fine Arts viele kanadische Künstler kennen lernen (zu Unrecht eher unbekannt...oder war ich nur so ignorant vorher??) und dann den alten Stadtkern am Hafen - v.a. mit dem vielen Schnee war das wunderschön - eine Märchenlandschaft halt! Fotos kommen später. In der Hektik der letzten Uni-Tage habe ich es noch nicht geschafft. Dafür haben es die Kanadier am Flughafen in Montreal auch geschafft, mit für den Extra-Security-Check auszuwählen. Zufall? Oder bin ich irgendwie in die Maschen der internationalen Terrorismusuntersuchungen gelangt?!?
Ja, aber nun zur Uni...dieses Quarter wird es wohl ein wenig übler zugehen für mich. Ich versuche zumindest, einen Kurs mehr als üblich zu machen, um theoretisch den Master innerhalb eines Jahres (also in diesem Sommer) zu beenden. Da das aber wahrscheinlich aber nicht ohne übermenschliche Anstrengungen funktionieren wird, werde ich im E-Fall einen Kurs streichen...und damit dann wohl darüber entscheiden, ob es ein zweites Jahr für mich in Cincinnati geben wird. Ich fühle mich zwar eigentlich gar nicht danach, das jetzt zu entscheiden, aber irgendwann muss das ja geschehen. Wenn irgendjemand eine gute Idee zur Entscheidungsfindung beitragen kann: Ich warte auf Kommentare ;-)

Montag, Januar 02, 2006

Happy New Year!

Okay, dies wird kein wirklicher Neujahrs-Eintrag, aber das Jahr ist noch jung genug, um euch allen ein frohes, neues Jahr zu wünschen. Ich hoffe, dass ihr alle einen netten Silvesterabend verbringen konntet - und dass eure guten Vorsätze noch Bestand haben ;-) Ich für meinen Teil sehe 2006 äußerst zuversichtlich entgegen und bin gespannt, was es alles so bereit hält. Auf jeden Fall werde ich wohl in den nächsten paar Wochen genauer wissen, ob ich nach dem Sommer wieder nach Cincinnati zurückkehren werde, um den Master hier zu machen. Im Moment bin ich noch unschlüssig und möchte mal abwarten, wie das neue Quarter (morgen geht's los...) so laufen wird. Doch bevor ich zu weit in die Zukunft schaue, erzähl ich euch lieber erst einmal, wie ich so die letzten Tage des Jahres 2005 verbracht habe.
Am 28. Dezember waren Joni, Dodi (ihre süße, kleine Hündin) und ich so ziemlich den ganzen Tag auf amerikanischen Highways unterwegs auf unserer 500-Meilen-Fahrt von Hazleton nach Cincinnati. Da wir uns aber beim Fahren abwechseln konnten, war es nicht allzu anstrengend. Zurück in Cincy wollte ich eigentlich meine Wohnung auf Vordermann bringen - aber dann war der Reiz des Filmes "Good Night, and Good Luck" doch zu groß. So kam ich in den Genuss eines phantastischen Films über die McCarthy-Ära, der wahnsinnig fesselnd und anregend war. Falls ihr also mal die Gelegenheit bekommen solltet, diesen Film (Drehbuch, Regie und Schauspieler: George Clooney!) anzuschauen (auch wenn er im Deutschland erst im April erscheint...ätsch-bätsch: Endlich mal ein wirklicher Vorteil hier in den USA! ;-) : Nicht lange zögern! Es lohnt sich wirklich.
Die nächsten Tage waren dann dem neuen Quarter gewidmet - und so bereitete ich die ersten Hausarbeiten vor (hab aus den letzten Tagen des letzten Quarters so meine Lehren gezogen ;-). Abends war ich dann mit Stefan (aus Deutschland) einmal beim Basketball, dann nochmal im Kino ("Narnia" - auch das empfehlenswert, aber natürlich eine vollkommen andere Spielklasse als "Good Night, and Good Luck." Immerhin läuft der jedoch schon seit Dezember selbst in den deutschen Kinos ;-).
Und dann war auch schon der Silvesterabend da - eines meiner Weihnachtsgeschenke, das Fondue von Michelle und Jarod, sollte zum Einsatz kommen. Ich hatte einige meiner Kommilitonen, Elizabeth, Patrick, Christina und ihren Freund, sowie Stefan eingeladen - und es wurde ein nettes Abendessen mit viel Spaß und natürlich zu viel Essen. Fondue halt. Anschließend feierten wir dann in einer Sportbar ganz in der Nähe in das neue Jahr hinein - nun gut, zu diesem Zeitpunkt war es bei den meisten von euch schon 6 Stunden alt. Aber so hatte ich zumindest nach deutscher Zeitrechnung die längste Silvesterparty meines Lebens ;-)
Morgen beginnt nun die Uni wieder - aber die Woche wird kurz, denn ich begebe mich gleich wieder auf Reisen. Ich kann's halt nicht lassen. Am Donnerstag in aller Frühe geht mein Flieger nach Montreal, wo ich an der jährlichen Konferenz der American Philological Association (APA)/ Archaeological Institute of America (AIA) teilnehme. Ich bin sicher, dass es sehr spannend sein wird, so viel neues Gedankengut in den Altertumswissenschaften an einem Ort versammelt zu sehen (oder v.a. zu hören). Bei der Gelegenheit treffe ich auch meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington arbeitet - zwei Rostocker in Montreal also. Zeit für Sightseeing sollte auch bleiben, da ich erst Montag Abend nach Cincinnati zurückkomme - YEAH! Spätestens dann geht das neue Quarter aber definitiv los und Silvana wird wieder busy, busy sein. Bis dahin hört ihr aber sicher noch einmal von mir! Bye!

Montag, Dezember 26, 2005

Merry Christmas!

Weihnachten ist nun zwar fast vorbei...aber heute ist in Deutschland sowieso, aber auch in den USA noch Feiertag (aber nur weil der 25. Dezember ein Sonntag war!).
Ich bin bei Familie Torsella in Hazleton sehr herzlich aufgenommen worden. Wie ihr am Namen erkennen koennt, kommen die Vorfahren aus Italien - was koennte besser zu mir passen. Entsprechend gab es Vieles, was ich in leckerer Erinnerung hatte...Suessigkeiten, Kekse und allerlei Anderes. Ich bin bei der Oma zusammen mit Joni (ihrer Tochter, die auch aus Cincinnati kommt) untergebracht. Die andere Tochter (deren Tochter Michelle mich die vorherige Woche aufgenommen hatte) wohnt gleich um die Ecke mit ihren vier, mittlerweile erwachsenen Kindern. Heiligabend waren alle zusammen dann aber bei Grandma versammelt - schon ein bisschen wie in Zahren alles hier ;-)
Es gab traditionell (italienisch) sieben verschiedene Fisch- und Meeresfruechte-Sorten, die alle gemeinsam zubereiteten. Auch das ergab natuerlich, wie ihr euch vorstellen koennt, typisch italienischen Trubel! Pasta wurde selbst gemacht, der ganze Fisch zubereitet und dabei wurden Christmas-Songs gesungen Nach dem Essen gingen wir dann zur katholischen Mitternachtsmesse. Auch das machte ich zum ersten Mal - und es war sehr interessant.
Ueber Nacht kam dann Santa Claus und brachte die Geschenke. Was soll ich sagen: Typisch amerikanisch in ausufernden Dimensionen ;-) Der deutsche Weihnachtsmann hatte natuerlich auch ein paar Geschenke bei sich als Dankeschoen fuer den herzlichen Empfang hier. Die Familie hatte selbst an mich gedacht, was sehr, sehr lieb war. So bin ich nun stolze Besitzerin des offiziellen Weihnachtsbaumschmuckes des Weissen Hauses 2005!
Ich fuehle mich hier wirklich sehr wohl - und das macht die Tatsache, dass ich zu Weihnachten nicht zu Hause bin, sehr viel ertraeglicher. Ueber Telefon konnte ich ja ein wenig an der Weihnachtsstimmung teilhaben und ausserdem, wie Olaf Beck mir geschrieben hat, bin ich hier auch nich weit von 'Hamburg' entfernt (auf der Karte hier ist Hazleton links oben in der Ecke und Hamburg links in der Mitte der Karte) und das Heimweh hat keine Chance ;-)
Geniesst eure freien Tage in vollen Zuegen und habt ein frohes, neues Jahr!!!

Mittwoch, Dezember 21, 2005

Philly

Meine letzte Station auf dieser Reise ist Philadelphia. Aus New York war ich - Gott sei Dank - rechtzeitig vor dem grossen Streik der oeffentlichen Verkehrsmittel herausgekommen (der NYC in ein riesiges Chaos verwandelt hat - noch mehr als sonst ohnehin schon!).
In Philly wurde ich von Michelle und Jarod (mit ihrer jungen Hündin Sady) abgeholt, der Nichte (und ihrem Mann) von Joni, welche wiederum aus Cincinnati kommt und meine amerikanische Partnerin im "friendship programm" an der Universitaet ist. Bei ihnen bleibe ich diese ganze Woche auch (hab mein eigenes Zimmer ;-) , was sehr, sehr spannend ist. Beide sind junge Lehrer an Sterling High School - in Somerdale und so habe ich heute das erste Mal in meinem Leben eine amerikanische High School erlebt. Sehr anders, sehr amerikanisch...es faellt mir schwer, das genau zu beschreiben - zumal es ja auch nur ein erster Eindruck ist. Auf jeden Fall ist man hier sehr viel schneller Lehrer als in Deutschland (mit 25 unterrichtet Jarod jetzt schon das 4. Jahr!) und es wird nicht als Riesen-Herausforderung betrachtet. Wieder zu Hause wurde die Küche dann zur Weihnachtsbäckerei: Wir zauberten massenweise Plätzchen hervor und verzierten sie dann u.a. mit den Namen von Michelles Schülern.
Gestern habe ich mir dann die Sehenwuerdigkeiten in downtown Philly angeschaut, v.a. die Staetten, die fuer die Unabhaengigkeitserklaerung und die Verfassung wichtig waren, die sogenannte Independence-Mall. Es gibt ein recht interessantes Verfassungs-Museum - wie viele Museen in den USA interaktiv gestaltet und besonders fuer mich als Auslaender spannend: Hier konnte man perfekt erkennen, wie sich die USA selbst sehen und worauf ihr Stolz beruht. Ich will das nicht verurteilen, aber es ist, wie gesagt, spannend festzustellen. Nach ein wenig Shopping und einem original Philadelphia Cheese Steak bei Jim's Steak, South Street, war mein Tag hier dann vorbei. Morgen werde ich nochmal nach Philadelphia fahren, um mir ein paar Museen anzuschauen.
Ich hoffe vor allem, die archaeologische Sammlung der Universitaet hier anzusehen - denn die soll wirklich spannend und umfangreich sein. Außerdem will ich unbedingt noch ins Rodin-Museum, das mir von Sebastian sehr ans Herz gelegt worden ist.
Freitag fahre ich dann mit meinen beiden Gastgebern nach Hazleton, wo Santa Claus uns hoffentlich finden wird :-)

Montag, Dezember 19, 2005

Bye, bye New York...

Heute ist mein letzter Tag in New York, der Stadt, die mich wirklich fasziniert hat in jederlei Hinsicht. So gross und unuebersichtlich wie sie ist, so schnell konnte ich mich auch zurecht finden - die New Yorker selbst sind mir zwar deutlich zu hektisch, aber das war ich hier in diesen Tagen auch, um mir alles angucken zu koennen - was ich am Ende natuerlich nicht ganz geschafft habe, aber ich bin ganz zufrieden. Mit Kathi aus Oesterreich war ich bei der UN (mein letzter Auslandsaufenthalt in diesem Jahr, denn das Gebiet, auf dem das Gebaeude steht, gehoert nicht zu den USA!) und auf einer Bootstour um Manhattan herum. Ich muss mir auch immer mal wieder vor Augen fuehren, dass ich von New York ja auch nur einen einzigen Stadtteil gesehen habe: Manhattan...Wahnsinn!
Mit den Jungs aus Cincinnati, die am Donnerstag angekommen waren, haben wir dann den Rest Manhattans abgegrast: Empire State Building, Guggenheim Museum, MOMA, Metropolitan Museum, Wall Street, Times Square, Central Park...ich kann gar nicht alles aufzaehlen, aber wenn ich die Fotos in mein Album gestellt habe, koennt ihr euch selbst ein Bild davon machen und verstehen, warum meine Fuesse weh tun wie noch nie in meinem Leben - puuuh!
Ein besonderes Highlight war gestern (am 4. Advent) unsere Harlem-Tour: Zunaechst zeigte uns ein Stadtfuehrer das beruehmt-beruechtigte Viertel (was mittlerweile aber auch schon, wie so Vieles in New York, Schicki-Micki ist...), um dann am Ende zu einem Gospel-Gottesdienst zu gehen. Ihr macht euch keine Vorstellung von der Lebendigkeit dieses Gottesdienstes!!! Ich bin noch immer fasziniert von der eigentuemlichen Auffassung von Religioesitaet hier - das ist alles sehr faszinierend gewesen!
Heute fahre ich nun weiter nach Philadelphia, zwei Stunden suedlich von New York (weshalb ich hoffe, dass es dort ein wenig waermer sein wird ;-)
Die Nichte meiner Freundin Joni (mit deren Familie ich Weihnachten verbringe) nimmt mich dort auf fuer die naechsten Tage - sie und ihr Mann unterrichten tagsueber an ihrer Schule, ich schaue mir Philly (so der liebevolle Name Philadelphias hier) an. Nun steht auch fest, dass ich nicht nach Cincinnati zurueckfliege am Mittwoch, sondern stattdessen mit eben dieser Cousine direkt von Philly aus zu ihrer Familie fahre - denn das ist von dort nur 2 Stunden entfernt, waehrend ich von Cincinnati aus mit Joni 10 Stunden Auto gefahren waere. Insofern habe ich nun auch unerwartet ein wenig mehr Zeit in Philadelphia. Ich wuensche euch allen ein paar ruhige Tage bis Weihnachten! Bye!

Donnerstag, Dezember 15, 2005

In New York angekommen

Heute bin ich nun nach 4-stuendiger Fahrt mit dem Greyhound-Bus in New York angekommen. Ich bin ganz aufgeregt, was die naechsten Tage hier so bringen werden - schliesslich bleibe ich jetzt ein wenig laenger: bis Montag! Kathi aus Oesterreich, die mit mir in Cincinnati studiert, hat mich vom Bus abgeholt und, nachdem wir in der Jugendherberge waren (wie gut, dass ich noch Mitglied bin!), sind wir dann zum beruehmten Tannenbaum am Rockefeller-Center (Kevin allein in New York...wenn ihr euch erinnert?!).
Danach waren wir in Little Italy und China-Town - aber das Essen und die Stimmung war bei weitem nicht so italienisch wie in Boston - so etwas koennen halt nur die Sizilianer ;-) Zu spaeter Stunde haben wir dann dem Times Square einen Besuch abgestattet - da kann man nur staunen, wie hell eine Stadt durch Leuchtreklame erstrahlen kann: Wahnsinn! Die Erdbeer-Margherita rundete den Abend dann ab!
Morgen kommen dann die anderen Studenten aus Cincinnati an - so lange machen Kathi und ich Manhattan alleine unsicher. Der Plan fuer morgen ist das Guggenheim-Museum und die Suedspitze Manhattans mit Ground Zero und so. Der Hoehepunkt ist aber erst abends: Kathi hat guenstig Karten fuer den Broadway erstanden, sodass wir den "Koenig der Loewen" gemeinsam schauen. Das hatte ich zwar in Hamburg schon gesehen, aber es war so toll, dass ich mich trotzdem sehr, sehr freue! Viele liebe Gruesse aus Manhattan!!!

Dienstag, Dezember 13, 2005

Boston

Seit Sonntag Abend bin ich nun tatsaechlich unterwegs und mein Blog traegt seinen Namen wieder zu Recht. Die erste meiner drei Stationen war Boston, wo ich von Fabian vom hospitalityclub sehr nett aufgenommen wurde. Fabian ist urspruenglich aus Freiburg in Deutschland, studiert aber nun in Boston Geige - und ist fuer die Tage hier mein Gastgeber.
Nachdem ich am Sonntag dann angekommen war, machten wir uns nach "Little Italy" auf - Ihr koennt Euch sicher lebhaft vorstellen, wie spannend das fuer mich war und wie sehr ich mich in meinem Element fuehlte. Wir entschieden uns, im "La Dolce Vita" essen zu gehen, was sich als eine der besten Entscheidungen herausstellte, weil nicht nur das Essen super war, sondern auch die Unterhaltung spitzenmaessig-sizilianisch war... JA! Der Besitzer des Lokals und seine Familie (die an jenem Abend auf traditionell sizilianische Weise Geburtstag feierten) waren aus Sizilien! Als sich herausstellte, dass ich zumindest im Herzen auch Sizilianerin bin, wurde ich kurzerhand in die grosse Familie aufgenommen und allen vorgestellt. Meine Guete! Das war grossartig! Allerdings haette ich mir auch nicht traeumen lassen, dass ich am ersten Tag meiner Reise hier gleich noch mehr Fernweh bekomme...naja, eigentlich ist es ja Heimweh ;-) Es war auf jeden Fall aufregend, Italiener hier kennen zu lernen, denn in Cincinnati gibt es ja irgendwie nur Abkoemmlinge von deutschen Einwanderern.

Am Montag ging fuer mich dann das Touristenprogramm los - und das war lang, denn Boston hat sooooooo viel zu bieten. Ich entschied mich dafuer, den sogenannten "Freedom Trail" entlang zu laufen. Das ist ein Pfad durch Boston, der mit roten Pflastersteinen markiert ist (die Guestrower werden sich an den blauen Pfad durch Guestrow erinnert fuehlen, richtig?) und an den wichtigsten historischen Staetten Bostons vorbeifuehrt. Ich dehnte das dann ein wenig aus und blieb an den jeweiligen "Haltepunkten" immer recht lange, um die verschiedenen Ausstellungen oder Fuehrungen mitzuerleben. Und natuerlich hat Boston tatsaechlich viele Hoehepunkte, die ich mir vor meiner Reise irgendwie gar nicht so vor Augen gefuehrt hatte. Boston Massacre, Boston Tea Party, John Hancock...alles aufzuzaehlen, wuerde Danni jetzt langweilen ;-) Aber Ihr habt hoffentlich den vollkommen korrekten Eindruck erhalten, dass dies genau das Richtige fuer mich war! In amerikanischer Geschichte war ich ja bisher zu meiner Schande nicht besonders bewandert gewesen - aber dies war eine exzellente Gelegenheit dazu, mein Wissen aufzubessern. Leider bin ich, wie eigentlich immer, historisch nicht in die Moderne und Zeitgeschichte vorgedrungen und musste somit aus Zeitgruenden meinen Besuch in der Kennedy-Library, in der ein Museum ueber die beruehmte Bostoner Familie untergebracht ist, aus meinem Plan streichen. So war ich abends auch erst fertig, als es schon laengst dunkel war und man nichts anderes mehr machen konnte als Shopping. Weihnachten steht schliesslich vor der Tuer! Spaeter abends traf ich mich dann wieder mit Fabian und seinen Musik-Kommilitonen in einer kleinen Kneipe zum Chicken-Wings-Essen, was wohl deren aeusserst nette Montag-Abend-Tradition ist.

Heute, am Dienstag, begann mein Tag hoch ueber Boston auf dem Prudential-Center, welches nur 100 Meter von Fabians Wohnung entfernt ist. Von dort hatte ich eine fabelhafte Aussicht ueber die ganze Stadt und das Meer - auch wenn das Wetter ein wenig besser haette sein koennen. Erst im Laufe der Zeit loeste sich die dicke Wolkendecke zugunsten des strahlend blauen Himmels auf (was allerdings auch eisige Temperaturen mit sich brachte - bibber-bibber-bibber...) und so wurden die Fotos dann auch besser, die Ihr bald (wahrscheinlich aber erst nach meiner Rueckkehr nach Cincinnati) im Fotoalbum bestaunen koennt. Viel Zeit blieb aber nicht fuer diesen Tagesordnungspunkt, denn eigentlich wollte ich diesen Tag dem "Museum of Fine Arts" widmen - auch das in unmittelbarer Naehe zu Fabians Wohnung! Das Museum war als Hoehepunkt geplant und wurde tatsaechlich einer - wenn auch anders als urspruenglich gedacht. Ich wusste, dass besonders die Sammlung der Impressionisten eindrucksvoll ist und dass es auch eine Antikensammlung gibt. Diese beiden Dinge sollten meine Hauptaufmerksamkeit bekommen - die Ausstellung, die gerade zur Fotografie von Ansel Adams laeuft, wollte ich gar nicht mitnehmen...aber dann: Als Student bekam ich kostenlos ein Ticket zu eben dieser Ausstellung dazu - naja, dann konnte ich doch nicht 'nein' sagen. Also begann ich eher skeptisch den Rundgang durch seine Fotografien und war spaetestens im zeiten Ausstellungsraum vollkommen hin und weg. Die Fotos waren grossartig und trafen genau meinen Geschmack - hm, manchmal muss man halt zu seinem Glueck gezwungen werden ;-) Zwar verzoegerte sich mein Zeitplan dadurch betraechtlich, aber das ist ja das Schoene am Allein-Reisen. Meinen Besuch auf dem Campus der beruehmten Harvard-University verschob ich dann einfach ein wenig nach hinten - so kam ich zwar erst in der Daemmerung dort an, aber zumindest habe ich nun das ganze verwirrende Namensspiel durchschaut: Die Universitaet heisst 'Harvard' und ist die aelteste hier in den USA (wie Boston verstaendlicherweise sowieso viel, viel wirklich Altes vorzuweisen hat - ich habe sogar den Grabstein einer Passagierin von der 'Mayflower' entdeckt - nicht in Harvard natuerlich, aber auf einem Friedhof in Boston downtown!). Der ganze grosse und beeindruckende Campus liegt in Cambridge, einem Stadtviertel von Boston - so 'einfach' ist das ;-) Wieder 'was gelernt!
Als halber Eiszapfen kam ich dann wieder 'zu Hause' bei Fabian an und ging auf seinen Vorschlag hin zu einem Konzert von Kommilitonen an seiner Uni. So kam ich in den Genuss von Streichquartetten zu Ehren von Beethovens 235. Geburtstag - ja, und nun bin ich zurueck und packe meine Sachen zusammen, um mich morgen mit Kathi aus Oesterreich (die auch in Cincinnati studiert und nun ueber New York nach Hause fliegt.) in New York zu treffen.

Sicher haette ich noch viel laenger in Boston bleiben koennen und muessen, um Vieles mehr anzuschauen - aber ich bin ganz zufrieden mit meiner 'Ausbeute' hier und v.a. aufgeregt, wie es in New York so sein wird. Da ich aber noch niemanden kennen gelernt habe, der sich ernsthaft ueber den Big Apple beschwert hat, bin ich ganz guter Hoffnung, dass auch dies eine spannende Zeit wird - und ausserdem habe ich jetzt auch ein wenig mehr Zeit: Ich bleibe bis Sonntag in New York!

Montag, Dezember 12, 2005

Endlich Ferien!!

Seit letztem Freitag sind nun offiziell Ferien - puuh, das wurde auch hoechste Zeit, denn meine Energie und Motivation hatten schon sehr gelitten. Die letzte Woche des 'Quarters' ist hier fuer die Pruefungen reserviert - fuer mich hiess das noch eine Hausarbeit und eine Klausur. Erstere wurde aber tatsaechlich erst Freitag um Mitternacht fertig...dafuer duerftet ihr meinen Erleichterungsschrei bis nach Deutschland gehoert haben. Als Belohnung konnte ich es mir dann auch erlauben, ohne schlechtes Gewissen mit meinen Freunden hier wegzugehen. So nach und nach fuhren am Wochenende die internationalen Studenten aus meinem Freundeskreis hier zurueck nach Hause oder in die Weihnachtsferien, sodass der Samstag dann dem Abschied-Feiern gewidmet war. Zunaechst war ich abends mit Joni (einer Frau, die mir vom Auslandsbuero der Uni hier im sogenannten 'friendship program' zugeordnet wurde am Anfang meines Aufenthaltes, damit man auch mit erwachsenen Amerikanern zu tun hat...) und ihrem Freund Tim im Theater, um "The Christmas Carol" - die englischsprachige Weihnachtsgeschichte schlechthin - zu schauen. Spaetestens jetzt war ich auch in Weihnachtsstimmung...zumal Cincinnati seit Donnerstag im Schnee versunken ist (schoen eigentlich, aber Schnee bedeutet hier Chaos pur, weil die Erfindung "Schneepflug" oder aehnliche Mittel zur Schneebeseitigung von Strassen und Gehwegen hier noch nicht ihren Durchbruch erlebt haben. So verwandelte sich Cincinnati erst in einen Schneetraum (die ersten paar Stunden nach dem Schneefall) und dann ganz in einen Albtraum aus vereisten Gehwegen und matschigen Strassen.
Wie dem auch sei: Fuer die naechsten Wochen habe ich das Wort "Arbeit" aus meinem Vokabular gestrichen und es mit vielen Annehmlichkeiten ersetzt. Schliesslich geht es am Sonntag los auf meine 'grosse' Ostkuestentour: zuerst nach Boston, dann nach New York, am Ende nach Philadelphia. Von dort aus fahre ich mit Joni zu ihren Eltern ueber Weihnachten (vom 21.-28/29. Dezember) nach Hazleton, Pennsylvania. Tja, und dann bin ich erstmal fuer kurze Zeit ueber Silvester daheim in Cincinnati. Aber so weit moechte ich jetzt noch gar nicht schauen...erst einmal heisst es: Ostkueste - ich komme!!!!

Dienstag, Dezember 06, 2005

Thanksgiving in Chicago

Schon seit längerer Zeit war die Fahrt nach Chicago über Thanksgiving geplant - und das war auch nötig gewesen, um den ganzen Trupp unserer internationalen Gruppe unter einen Hut zu bringen. Am Ende war Thanksgiving (alljährlich der vierte Donnerstag im November und nationaler Feiertag) schneller da, als wir es erwartet hatten - und das "Abenteuer" konnte beginnen. Das Mädchen-Auto fuhr bereits nachts los, um morgens pünktlich zur Thanksgiving-Parade zu sein. Zwar ist die eigentlich berühmte Parade an diesem Tag in New York, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß - und das auch ohne wirklich Schlaf gehabt zu haben. Das einzig wirklich Unangenehme waren die eisigen Temperaturen gepaart mit dem in Chicago immer präsenten Wind - brrrrrrrrr. Aber es gab so viel Musik und Bewegung während der Parade, dass wir uns tanzend, hüpfend, klatschend und singend warm hielten. Obwohl...der Kakao anschließend bei McDonalds half schließlich doch besser gegen die Kälte ;-)

Den ersten Teil der Jungs aus unserer Truppe trafen wir dann nachmittags und schlenderten mit ihnen durch Chicago, am Hafen entlang und durch den Millenium-Park. Schließlich überkam uns dann aber doch die Müdigkeit und so fuhren wir zu unserem Hostel ein bisschen nördlich von downtown. Aber in Chicago war das zu verschmerzen, denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind grandios! Ich hatte durch Cincinnati schon fast vergessen, dass es so etwas wie öffentlichen Nahverkehr überhaupt gibt...
Am späten Nachmittag weckten uns dann die Jungs aus dem Langschläfer-Auto, die jetzt in Chicago angekommen waren. Thanksgiving-Day neigte sich dem Ende - wir hatten zwar keinen traditionellen turkey (Truthahn, Mama! ;-) gegessen, feierten aber trotzdem in einer sehr netten Kneipe in Chicago - mit integriertem Basketball-"Käfig", der zur allgemeinen Erheiterung und sportlichen Betätigung diente.
Ich wusste durch meine erste Reise nach Chicago ziemlich genau, was ich noch unbedingt angucken wollte - und dazu gehörte unbedingt das Art Institute, für das ich beim letzten Mal viel zu wenig Zeit gehabt hatte. David aus Österreich und Sebastian aus Aachen leisteten mir dort Gesellschaft und so konnten wir zusammen viel Spannendes dort entdecken. Nachmittags trafen wir uns dann in der großen Gruppe in China-Town zum verspäteten Mittagessen und anschließendem Kitsch-Einkaufen-in-Chinatown... das gehört von nun an zu meinen Lieblingsbeschäftigungen: Ich habe, glaube ich, noch nie so viel Hello-Kitty-Kram auf einem Fleckchen Erde gesehen ;-) Und meine Mama wird es freuen, dass ich hier endlich auch wieder meine Weihrauchstäbchen kaufen konnte - zusammen mit einem zweiten Mini-"Sarg" (mein richtiger ist ja in Zahren gut aufgehoben, richtig?!). Jetzt wurde es richtig nett, denn es fing an zu schneien, sodass Chicago ganz in Weiß gehüllt wurde (und die Autofahrer im Chaos versanken...aber das stört den S-Bahn-Fahrer ja weniger). Abends stand Dinner in einer besonderen Location an: im Rainforest Cafe, was ein sehr spezielles Erlebnis war aufgrund der einzigartigen Deko (also ich war noch nie im Dschungel, aber so ungefähr muss es sich anfühlen), der netten Bedienung ;-) und dem unerwarteten Spaß, den wir aufgrund von Bebes "fiktivem" Geburtstag hatten (Brownie-Vulcano mit Wunderkerze begleitet von gleich zweimaligem, euphorischem Gesang der Kellner...und uns ;-) Danach einen geeigneten Club zum Tanzen zu finden, erwies sich als ein wenig kompliziert, sodass wir in einer der vielen Deli-"Bars" landeten, um dann in der berühmten Green Mill bei einer Jazz-Jam-Session dabei zu sein, die uns schwer begeisterte...doch die Müdigkeit forderte ihren Tribut.
Samstag früh war es wieder so herrlich, dass ich mich allein an den Strand von Lake Michigan verzog, um ein wenig frische Luft, ein paar Stunden Ruhe und Zeit zum Fotografieren zu genießen. Ja, man konnte sich ganz einfach einbilden, dass das die Ostsee ist und schwups fühlte ich mich zu Hause. Der Ohio-River ist einfach nicht das Gleiche... [Fotos gibt es übrigens wieder in meinem Fotoalbum - dieses Mal wirklich ne Menge...]. Anschließend düste ich durch downtown, wo anscheinend jeder mit Shopping beschäftigt war - ich auch, als ich den H&M entdeckte. Meine H&M-Abstinenz hatte also nicht einmal 4 Monate angehalten. Tja, der Aufenthalt gestaltete sich langsam zu einem teuren Abenteuer ;-)
Dann standen noch das Field-Museum und der da in der Nähe liegende Park am Lake Michigan auf dem (Foto)Programm - und als es dann dunkel wurde, nahmen Sebastian und ich den Hancock-Tower in Angriff - den Sears-Tower (das höchste Gebäude Chicagos und ehemals der Welt) hatten wir beim letzten Mal schon erklommen, aber das Hancock-Observatory hat den einmaligen Vorteil, dass man ganz downtown von dort überblicken kann, während man auf dem Sears-Tower selbst mitten in downtown ist. Abends begannen wir dann im Dick's Last Resort (mit dem dort üblichem Fehlverhalten jeglicher Art...) und tanzten dann die Nacht durch im Coyote Ugly (ja, der Film ...keine Angst, ich hab auf keiner Bar getanzt ;-)
Am nächsten Morgen war dann auch schon Packen angesagt und nach einem offiziell österreichischen Frühstück (aber in diesem Fall war es wirklich kein Unterschied zu einem deutschen!) in der österreichischen Bäckerei gleich in der Nähe unseres Hostels, ging es zurück nach Cincinnati - mehr oder weniger direkt, aber auf jeden Fall mit richtig guter Laune! Die vier Tage Chicago waren echt spitze!