Sonntag, Januar 29, 2006

Irgendwann ist jeder Geburtstag einmal vorbei...

Sonntag, 29. Januar 2006...damit ist mein Geburtstag dann wohl jetzt endgültig vorbei. Schade eigentlich, Geburtstage geben einem so tolle Ausreden für alles mögliche und insbesondere für phantastische Geburtstagsfeiern ;-) Leider stellen sie keinen Grund dar, keinen Vortrag halten zu müssen - aber gut, das hab ich überstanden. Dafür ging es direkt nach meinem Geburtstag-Vortrag über die "Umwandlung der Geschlechter bei Catull" zur Umwandlung des Tages von Arbeits- zu Feiertag.
Nach einem phantastischen Abendessen im Thai-Café (hmmm!) mit meinen Mädels (das Foto ist zugegebenermaßen nicht bestens gelungen, aber ich hatte meine Kamera leider nicht dabei...von links nach rechts: Veronica, Frances, myself und Jamie), gabs unerwarteterweise ein kostenloses Geburtstags-Eis bei Greater's (wer sich selbst von dessen grandioser Qualität überzeugen will, kann ja mal hier vorbeischauen). Überhaupt sind Geburtstage in den USA vollkommen günstig, finanziell gesehen: Hier lädt man nicht ein, sondern wird auf alles eingeladen...nun ja, das war mir doch ein wenig zu komisch, sodass ich meinen Geburtstag kurzerhand als echt deutsch deklariert habe und so mein schlechtes Gewissen wegschieben konnte.
Nach dem Essen gings dann zu Murphy's - meinem Lieblings-Pub (und günstigerweise gleich bei mir um die Ecke, maximal 90 Sekunden Wegstrecke!), wo dann in größerer Runde weitergefeiert wurde. Der Großteil der Leute dort waren die internationalen Studenten, aber auch ein paar von meinen Kommilitonen waren dabei. Dort gab es dann Geschenke - yeah! Bin jetzt stolze Besitzerin des "SET"-Kartenspiels und einer Kollektion italienischer Kühlschrankmagnete für Kühlschrankpoesie vom Feinsten! Nicht zu vergessen: Die von Nadine extra aus Deutschland importierten Tempo-Taschentücher, echt mehrlagig und reißfest! Man wird hier in den USA in Sachen Taschentücher wirklich anspruchslos ;-). Nach einer kleinen Aufwärmphase (am liebsten versüßt durch meinen Lieblingsdrink "Car-Bomb"), stieg dann die Party!
Und ab Mitternacht, ja spätestens jetzt musste ich der hässlichen 23-Zukunft ins Auge blicken, feierten wir dann Stefans Geburtstag (der hat wenigstens die 23 schon hinter sich...). Da Bars im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einem leider nicht die Freiheit geben zu feiern, wie lange man selbst möchte, endete diese Party dann um 2, als die Bar (wie üblich) schloss (oh, American Dream!).
Aber am Wochenende sollte ja weitergefeiert werden, sodass sich die Betrübnis im Rahmen hielt. Freitag ging es mit meinen Kommilitonen und ein paar internationals nochmal zu Murphy's - und dann, Geburtstagskind durfte entscheiden!, zu meiner Lieblings-Friday-Night-Location: Jacobs, 80er-Jahre-Party!
Dann war auch schon der Samstag, der Tag DER Party da. Wlad und Kathi hatten ihre Wohnung für die Geburtstagsfeier von Stefan, Carsten und mir zur Verfügung gestellt (DANKE!), sodass wir uns erst einmal alle dort warm feierten, um dann zum grandiosen Longworth's zu fahren. Auch das ist eine meiner Lieblingsbars (ich mach auch noch was anderes hier, als Bars zu testen - wirklich!) wegen der Vielfalt dort: unten ist es eine gemütliche Kneipe mit rockiger Live-Musik, oben gibts dann die DJ-Tanzfläche für body-shaken. Dort gabs natürlich wieder genügend Car-Bombs (dieses Mal nur ohne fotografische Dokumentation) und als die Bar schloss (ratet mal, wann...ja, genau, 2 a.m.), verlagerten wir den Party-Mittelpunkt zurück zu Kathi und Wlad ins Clifton-House. Mit einem sehr vielfältigen 70er - 80er - 90er - Mix tanzten wir uns dann irgendwann früh morgens müde...tja, und das war dann wohl der definitive Abschluss des Geburtstages! Aber gelungen, das steht fest! Fotografische Dokumentation folgt, aber Nadine hat auf ihrem Blog schon vorgelegt (siehe Link-Liste).
Auch wenn dieser 23. Geburtstag ohne direkte, persönliche familiäre Beteiligung war, so hatte ich meine Liebsten ja per Videobotschaft (die verbarg sich nämlich hinter dem mysteriösen Kalender-Geburtstagsgeschenk!) bei mir - DANKE, ihr Lieben! Wer übrigens noch immer daran zweifelt, ob ich tatsächlich bis zum 24. Januar gewartet habe, um das Geschenk zu öffnen, der darf die Zeugenaussage meiner Mama zur Kenntnis nehmen, die um Mitternacht Cincinnati-Time live am Telefon dabei war, als ich mich dem guten deutschen Klebeband auf, unter und um die CD herum abmühte!
So, nun stürze ich mich also in das 24. Lebensjahr (das macht es doch ein wenig erträglicher...danke, Andreas und allen anderen, die mir aufmunternde "23-ist-doch-gar-nicht-so-hässlich"-Worte mit auf den Weg gegeben haben!) hier in den USA und harre gespannt, aber nicht untätig natürlich ;-) , der Dinge, die da so kommen mögen!

Sonntag, Januar 22, 2006

Der Countdown läuft

Nur noch zwei Tage bis zu meinem Geburtstag ;-) ... und dann kann ich endlich das Geschenk aufmachen, welches seit meiner Abreise aus Deutschland auf dem Januar-Kalenderblatt klebt. Als Beweis meiner Standhaftigkeit hier das Foto vom ungebrochenen Siegel! Geburtstagspläne gibts auch schon genügend, wie ihr euch vorstellen könnt. Nur ich kann mir noch nicht vorstellen, 23 zu werden...ich finde, das ist die hässlichste Zahl überhaupt (ich beschwer mich ja nicht, dass das alt wär, aber ästhetisch ist "23" nun wirklich nicht) - also, "23"-Erfahrene Leser, ich erwarte aufmunternde Kommentare!
Diese Woche war extrem turbulent. Nach dem grandiosen Feiertag "Martin-Luther-King-Day", kurz MLK, (dafür liebe ich die Amis...diese Feiertage, die keinem so richtig (mehr?) was bedeuten...und natürlich für die allgegenwärtigen Abkürzungen!) mit blauem Himmel und Sonnenschein bei 20°C (das sind laut meinem unentbehrlichen Umrechnungshelferlein 68° Fahrenheit), konnte ich eine geschlossene Schneedecke über Cincy am Dienstag beobachten. Da es am Mittwoch aber ununterbrochen regnete, blieb die weiße Pracht leider nicht lang erhalten. Aber zumindest haben wir keine russischen Verhältnisse wie grad zu Hause (wie ich lese) von -20° (was sogar in Fahrenheit schon MINUS ist! ;-)
Am Freitag stand dann unsere traditionelle Coffee-Hour an. Das ist fast schon zur Institution geworden als Gegenveranstaltung zur grandios schlechten offiziellen Coffee-Hour der Universität. Jeder bringt etwas zu Essen oder zu Trinken mit (interessanterweise richtet sich das meist nach dem Geschlecht... ;-) - ursprünglich hieß es, dass man etwas Typisches aus seinem Land mitbringt. Aber dass mir schnell die Ideen ausgehen bei für mich machbaren deutschen Gerichten, dürfte jedem, der mich kennt, klar sein. Also legte ich mich ins Zeug und zauberte all-American Brownies - hmmmmmmmmmm! Dieses Mal waren wir bei Nadine (die übrigens auch in Rostock studiert hat, bevor sie hierher gekommen ist!) eingeladen. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten (Nadine hatte einfach zu viele gute deutsche Süßigkeiten mitgebracht!), führte Veronica uns dann in die Welt von "Set" ein - dem besten Kartenspiel, das ich seit Langem kennen gelernt habe. Meine Mission ist es jetzt, dieses Spiel nach Deutschland zu bringen... okay, wahrscheinlich bin ich nicht wirklich die erste, die das Spiel nach Deutschland bringt, aber ich glaube, dass einige von euch dieses Spiel lieben werden!!! Über meine Begeisterung für "Set" hab ich dann auch glatt das "Flip-Cup-Spielen" der Jungs vollkommen verpasst - aber die hatten auch so offensichtlich ne Menge Spaß!
Um meine Ringkomposition perfekt zu machen, zurück zu meinem Geburtstag ;-) Nachdem ich meinen Vortrag hoffentlich erfolgreich hinter mich gebracht haben werde (drückt mir die Daumen: Ich soll aus einem 2-Seiten-Artikel einen 7-seitigen Aufsatz machen und den präsentieren...das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt!), werde ich am Dienstag abends mit meinen besten Freunden hier thailändisch essen und danach in größerer Runde in einem Pub feiern gehen - das bietet sich umso mehr an, als Stefan ab Mitternacht Geburtstag hat (der hat das hässliche "23"-Jahr dann aber hinter sich...), sodass einfach weitergefeiert werden kann. Am Samstag steigt dann die große Party, deren Ort und Ausführung aber noch in den amerikanischen stars (and stripes ;-) steht. Ich lass euch Näheres in meinem nächsten Eintrag wissen - dass ihr alle herzlich eingeladen seid, versteht sich von selbst! Für Gäste aus Europa, stelle ich meine Wohnung als Unterkunft natürlich gern zur Verfügung ;-)

Montag, Januar 16, 2006

Back in town

So, zurück in Cincinnati seit genau einer Woche heute. Dass ich jetzt erst schreibe, zeigt euch in Echtzeit, dass ich von der Uni gleich vollkommen eingenommen wurde. Aber eins nach dem Anderen.
Montreal war phantastisch! Ich war am Donnerstag in aller Frühe hier in Cincinnati losgeflogen (nachdem ich den Extra-Security-Check mitgemacht hatte...ich weiß ja, dass ich nicht bestgelaunt war um 6:30 morgens am Flughafen, aber das macht mich doch nicht gleich zum Terroristen...) - Ziel war eigentlich, früh genug vor der Konferenz in Montreal zu sein, sodass ich mich noch ein wenig in der Stadt umschauen könnte. Aber United Airlines (Thank you sooo much!!! GRRRR!) verschlampte mein Gepäck und so hatte ich alle Zeit der Welt...nur leider am Flughafen. Mein Koffer kam erst am nächsten Abend an - naja, immerhin werde ich in Zukunft meine Sachen für so einen Notfall ein wenig anders packen - Zahnbürste gehört ins Handgepäck ;-)
Die Konferenz der Altphilologen und Archäologen Nordamerikas war riesig. Offiziell ging es um die vielen, vielen Vorträge - aber eigentlich auch nicht, denn es war ein großes Wiedersehen für alle und jeden bzw. Kennenlernen für so Leute wie mich, die vorher noch nie auf so einem Treffen gewesen waren. Frau Alexandridis, meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington forscht, war auch da, sodass wir auch unser Heimat-Institut würdevoll vertreten konnten in der Ferne. Nach 2 1/2 Tagen ausgefüllt mit besagten Vorträgen und abendlichen Feiern, konnte ich mich am Sonntag und Montag dann endlich Montreal widmen. Ich konnte im Museum of Fine Arts viele kanadische Künstler kennen lernen (zu Unrecht eher unbekannt...oder war ich nur so ignorant vorher??) und dann den alten Stadtkern am Hafen - v.a. mit dem vielen Schnee war das wunderschön - eine Märchenlandschaft halt! Fotos kommen später. In der Hektik der letzten Uni-Tage habe ich es noch nicht geschafft. Dafür haben es die Kanadier am Flughafen in Montreal auch geschafft, mit für den Extra-Security-Check auszuwählen. Zufall? Oder bin ich irgendwie in die Maschen der internationalen Terrorismusuntersuchungen gelangt?!?
Ja, aber nun zur Uni...dieses Quarter wird es wohl ein wenig übler zugehen für mich. Ich versuche zumindest, einen Kurs mehr als üblich zu machen, um theoretisch den Master innerhalb eines Jahres (also in diesem Sommer) zu beenden. Da das aber wahrscheinlich aber nicht ohne übermenschliche Anstrengungen funktionieren wird, werde ich im E-Fall einen Kurs streichen...und damit dann wohl darüber entscheiden, ob es ein zweites Jahr für mich in Cincinnati geben wird. Ich fühle mich zwar eigentlich gar nicht danach, das jetzt zu entscheiden, aber irgendwann muss das ja geschehen. Wenn irgendjemand eine gute Idee zur Entscheidungsfindung beitragen kann: Ich warte auf Kommentare ;-)

Montag, Januar 02, 2006

Happy New Year!

Okay, dies wird kein wirklicher Neujahrs-Eintrag, aber das Jahr ist noch jung genug, um euch allen ein frohes, neues Jahr zu wünschen. Ich hoffe, dass ihr alle einen netten Silvesterabend verbringen konntet - und dass eure guten Vorsätze noch Bestand haben ;-) Ich für meinen Teil sehe 2006 äußerst zuversichtlich entgegen und bin gespannt, was es alles so bereit hält. Auf jeden Fall werde ich wohl in den nächsten paar Wochen genauer wissen, ob ich nach dem Sommer wieder nach Cincinnati zurückkehren werde, um den Master hier zu machen. Im Moment bin ich noch unschlüssig und möchte mal abwarten, wie das neue Quarter (morgen geht's los...) so laufen wird. Doch bevor ich zu weit in die Zukunft schaue, erzähl ich euch lieber erst einmal, wie ich so die letzten Tage des Jahres 2005 verbracht habe.
Am 28. Dezember waren Joni, Dodi (ihre süße, kleine Hündin) und ich so ziemlich den ganzen Tag auf amerikanischen Highways unterwegs auf unserer 500-Meilen-Fahrt von Hazleton nach Cincinnati. Da wir uns aber beim Fahren abwechseln konnten, war es nicht allzu anstrengend. Zurück in Cincy wollte ich eigentlich meine Wohnung auf Vordermann bringen - aber dann war der Reiz des Filmes "Good Night, and Good Luck" doch zu groß. So kam ich in den Genuss eines phantastischen Films über die McCarthy-Ära, der wahnsinnig fesselnd und anregend war. Falls ihr also mal die Gelegenheit bekommen solltet, diesen Film (Drehbuch, Regie und Schauspieler: George Clooney!) anzuschauen (auch wenn er im Deutschland erst im April erscheint...ätsch-bätsch: Endlich mal ein wirklicher Vorteil hier in den USA! ;-) : Nicht lange zögern! Es lohnt sich wirklich.
Die nächsten Tage waren dann dem neuen Quarter gewidmet - und so bereitete ich die ersten Hausarbeiten vor (hab aus den letzten Tagen des letzten Quarters so meine Lehren gezogen ;-). Abends war ich dann mit Stefan (aus Deutschland) einmal beim Basketball, dann nochmal im Kino ("Narnia" - auch das empfehlenswert, aber natürlich eine vollkommen andere Spielklasse als "Good Night, and Good Luck." Immerhin läuft der jedoch schon seit Dezember selbst in den deutschen Kinos ;-).
Und dann war auch schon der Silvesterabend da - eines meiner Weihnachtsgeschenke, das Fondue von Michelle und Jarod, sollte zum Einsatz kommen. Ich hatte einige meiner Kommilitonen, Elizabeth, Patrick, Christina und ihren Freund, sowie Stefan eingeladen - und es wurde ein nettes Abendessen mit viel Spaß und natürlich zu viel Essen. Fondue halt. Anschließend feierten wir dann in einer Sportbar ganz in der Nähe in das neue Jahr hinein - nun gut, zu diesem Zeitpunkt war es bei den meisten von euch schon 6 Stunden alt. Aber so hatte ich zumindest nach deutscher Zeitrechnung die längste Silvesterparty meines Lebens ;-)
Morgen beginnt nun die Uni wieder - aber die Woche wird kurz, denn ich begebe mich gleich wieder auf Reisen. Ich kann's halt nicht lassen. Am Donnerstag in aller Frühe geht mein Flieger nach Montreal, wo ich an der jährlichen Konferenz der American Philological Association (APA)/ Archaeological Institute of America (AIA) teilnehme. Ich bin sicher, dass es sehr spannend sein wird, so viel neues Gedankengut in den Altertumswissenschaften an einem Ort versammelt zu sehen (oder v.a. zu hören). Bei der Gelegenheit treffe ich auch meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington arbeitet - zwei Rostocker in Montreal also. Zeit für Sightseeing sollte auch bleiben, da ich erst Montag Abend nach Cincinnati zurückkomme - YEAH! Spätestens dann geht das neue Quarter aber definitiv los und Silvana wird wieder busy, busy sein. Bis dahin hört ihr aber sicher noch einmal von mir! Bye!