Montag, August 20, 2007

Gulaschkanone

Ich muss mich meiner (zumeist versteckten) kulinarischen Künste hier nun doch mal wieder rühmen. Heute habe ich mich doch tatsächlich an einen echten Gulasch mit Spätzle getraut - und das Ergebnis war großartig! Wie bei Mama - wirklich! Eine kleine Vorgeschichte ist vielleicht nötig, um die Bedeutung dieses Gulaschs deutlich zu machen.
Hamza beeindruckte mich (oder versuchte es) anfangs (und eigentlich immer noch) ganz charmant mit seinen deutschen Wortfetzen, die er irgendwo zwischen Pro 7 und VIVA in jungen Jahren aufgeschnappt hatte. Dazu gehörte natürlich "Werbung", ein größtenteils unverständlicher Satz zwischen "Risiken", "Arzt" und "Apotheker", aber auch: "GULASCHKANONE". Bis heute konnte ich das Rätsel nicht lösen: Wie kommt eine Gulaschkanone nach Marokko? Auf jeden Fall war und ist Hamza zutiefst beeindruckt von dieser Erfindung. Tatsächlich habe ich ihn mit der deutschen Realität der Gulaschkanone ein wenig enttäuscht, da nicht jeder Haushalt so etwas besitzt und sich die Verbreitung auch sonst in eher engen Grenzen hält. Davon hielt Hamza allerdings sehr wenig und träumte weiter von Kanonen, in denen dieses deutsche Gericht namens Gulasch steckt. Wie meine wikipedia -Nachforschungen mittlerweile ergaben, wird in Gulaschkanonen der Gulasch nicht nur aufbewahrt, sondern sogar zubereitet. So langsam erwachte auch meine Neugier an diesem urdeutschen Gefährt (Idar-Oberstein 1892!).
Da die Kanone selbst aber eher schwer aufzutreiben war, nahm ich mir zumindest vor, die Gulaschzubereitung zu wagen. Als Hamza mitten in die Vorbereitungen dafür platzte, aber nichts Kanonenähnliches fand, stand schon ein wenig Enttäuschung in seinem Gesicht. Also musste mein Gulasch umso besser werden, um das wiedergutzumachen ;-) Das gelang auch - und wie! Hier ein paar Bilder von der Gulaschsensation des Jahres. Lecker, oder? Nach eingänglicher Musterung (und nach einiger Erfahrung mit anderen deutschen Gerichten bisher) stellte Hamza schließlich fest, dass er die deutsche Geschichte nun viel besser verstünde. Nach so einem Gericht würde er sich auch glatt danach fühlen, in Frankreich einzufallen :-D Wozu so ein Gulasch nicht alles gut ist...

Dienstag, Juli 24, 2007

Roadtrip durch die USA und Kanada!


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Ursprünglich hochgeladen von silvanazech
Ihr Lieben,
auch wenn ich nun seit seeeehr langer Zeit nichts mehr geschrieben habe, habe ich diese Monate doch sehr ergiebig (würde ich zumindest meinen) verbracht. U.a. hat mich ein großer Teil meiner Familie aus Deutschland besucht, d.h. mein Papa, mit seiner Freundin Peggy und ihrer Tochter Steffi, sowieso meine kleine Schwester Danni. Fotos von unserer zweiwöchigen Reise könnt ihr euch in meinem Fotoalbum anschauen (in der Linkliste das zweite Album - flickr!). Daneben gibt es auch noch Fotos zu bestaunen von meinem nächsten Fallschirmsprung und meinen Höhlenabenteuern in Kentucky! Viel Spaß!

Sonntag, April 08, 2007

Selbst schuld...

Ich hätte mich nicht mit dem Wettergott anlegen sollen...oder einfach anfangen sollen, an ihn zu glauben. Meinen Blogeintrag hat er wohl persönlich genommen und den Winter nach ein paar Wochen Sommerwetter einfach wieder zurückgeschickt. Nachdem ich meine Winterschuhe an einem der vielen sonnigen, wolkenlosen Tage der letzten Wochen entsorgt hatte, konnten wir gestern Abend dann wieder eine Schneeballschlacht machen. Und mitten in der Nacht im Stau auf einer zugefrorenen Ohio-Brücke stehen. Ich nehme die Schuld vollkommen auf mich - und bitte hiermit seeeeehnlichst um die Rückkehr des Sommers.

Frohe Ostern an den Rest der Welt!

Sonntag, April 01, 2007

Winter Wonderland


Nach einer gewaltigen Phase der Zurückhaltung melde ich mich jetzt mal zurück. Ohne Aprilscherz. Es gab seit dem 14. Februar durchaus viel Erzählenswertes – nur leider fielen diese Ereignisse allesamt in eine Zeitspanne, die sich sonst nur durch ihren hohen Uni-Stress-Faktor auszeichnete. Wieder mal zu spät begonnen, die Hausarbeiten zu schreiben. Wieder mal in Hektik geraten. Wieder mal alles wie immer.

Ich will jetzt keinen Rundumschlag wagen, aber ein paar Dinge sind es schon wert, hier niedergebloggt zu werden. Denn es gab tatsächlich zwei Tage Winter in Cincinnati. Die hatten es dafür aber auch in sich...

#1: Dienstag, 6. Februar 2007. Es schneit und schneit und schneit. Und ich freue mich, dass ich meine Winterjacke zu Weihnachten doch noch nicht in Deutschland gelassen habe. Aber dieser Schnee kam auch ziemlich unerwartet, denn bisher hatte man die Tage mit weniger als 32 Grad (Fahrenheit…Amis…tststs) an einer Hand abzählen können. Meine Übergangsjacke (schönes Mamawort) hatte dem Cincinnati-Winter immer noch die Stirn bieten können. Doch dann schneiten Flocken um Flocken auf Cincinnati nieder. Ganze 8 Inches (20,32 cm…kleine Kopfrechenübung…). 20,32 cm zu viel für Cincinnati. Während ich mich von der Bibliothek aus über die hübsche Schneedecke noch freute, braute sich draußen das Chaos zusammen. Das ganze Viertel war ein einziger Stau. Und im Internet wurde von meilenlangem Autobahn-Chaos berichtet. Ich kam da schon ins Grübeln, denn es war doch erst früher Nachmittag…wo kamen die ganzen Autos her? Des Rätsels Lösung: Die Stadt hatte alle Arbeitgeber aufgerufen, ihre Angestellten früher nach Hause fahren zu lassen, damit zu früher Stunde ein Stau produziert werden könne, der dann dabei hilft, den Schnee schneller schmelzen zu lassen. Local Warming.
Um 17 Uhr schloss dann die gesamte Universität samt aller dazu gehörigen Einrichtungen (also auch meiner geliebten Bibliothek) für den Tag. Wegen ein paar Zentimetern Schnee – die 20,32 cm waren ja nur das Endergebnis spät in der Nacht. Zu diesem Zeitpunkt waren es vielleicht 10 cm.
Da Altertumsmenschen, wie ich es einer bin, nicht wissen, was sie tun sollen, wenn ihnen die Bibliothek vor der Nase zugeschlossen wird, ging es im Rudel zum Café um die Ecke (nachdem ich mir eine kleine Schneeballschlacht natürlich nicht hatte nehmen lassen…). ABER: Das Café hatte wegen des Schnees geschlossen…HÄÄÄÄH? Da hat jemand den Umsatz seines Lebens verpasst. Too bad. Eine Ecke weiter wurden wir dann aber sehr herzlich aufgenommen und erfreuten uns alle zusammen an ein paar Tassen heißer Schokolade und Co. Nur mein Fahrrad musste sich der geschlossenen Schneedecke ergeben. Wer hatten morgens auch schon ahnen können, dass der Tag SO enden würde?! Gegen 19 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zu meiner Wohnung, einen Block den Berg hinunter. Nach ein paar Metern gab ich dann erstmal den Versuch auf, auf meinem Fahrrad nach Hause zu kommen. Stattdessen stapfte ich tapfer durch den Schnee auf der Straße – denn Räumfahrzeuge tauchten den ganzen Abend nicht auf. Das hatte aber auch seine amüsante Seite, denn so kam ich in den Genuss, Skifahrern beim Abfahrtslauf auf Wheeler Street zuzugucken. Es sollte nicht lange dauern, bis auch ich mich das erste Mal auf diese Bretter wagte.

Am folgenden Wochenende hatte sich eine große Gruppe internationaler Studenten zum Gruppen-Skifahren im Perfect-North Skigebiet in Indiana (45 Minuten von Cincy) getroffen. Dazu kam dann noch eine mindestens genauso große AFS-Truppe. Wie hätte ich mich dem entziehen können? Ray sorgte für meine “professionelle” Skikleidung und ich dafür, dass ich noch auf dem Parkplatz meine Kreditkarte verlor. Jippi! Als ich dann auch noch bemerkte, dass mein Handy keinen Empfang hatte und ich somit keinen Kontakt mit den anderen aus der Gruppe aufnehmen konnte, war ich ganz verloren. Ich hatte keinen Schimmer, wie ich sie alle jemals finden sollte… Innerlich verfluchte ich schon die Idee, überhaupt zum Skifahren gekommen zu sein. Dazu sah ich schon Bilder vor meinem geistigen Auge, auf denen ich von 10 Sanitätern den Berg mit einem gebrochenen Bein runtergeschleppt werde. Schließlich bin ich doch noch NIE skigefahren. Doch dann wollte es der Zufall, dass ich meine Leute an irgendeiner Hütte traf, meine Kreditkarte an einer Kasse abgegeben wurde und ich tatsächlich auf Skiern umherwackelte. Eine erste Skistunde war im Preis inbegriffen. Und da konnte ich dann feststellen, dass ich wohl ein Naturtalent bin ;-) So lernte ich, auf Skiern umherzulaufen und umherzufahren. Dann ging es ans Schneepflug-Lernen (the “wedge”) und die Kurven (the “turn”) – ich habe keine Ahnung, ob das die richtigen Begriffe auf deutsch sind, aber Jim hat uns Skifahren auf Amerikanisch beigebracht. Am Ende der Stunde nahm er uns dann per Skilift (aaaaah! Wie kommt man da bloß rauf mit den Dingern unter den Füßen….) auf die Idiotenpiste – the bunny hill (ist das nicht viel netter?). Auch wenn ich teilweise die Kontrolle über meine Geschwindigkeit verlor, konnte ich jeglichen Ganzkörperkontakt mit dem Schnee vermeiden. Und nach ein paar Runden war ich auf dem besten Wege zum Profi ;-)
Schließlich wagte ich mich dann auf die mittelschweren Pisten – und auch das ging, zu meinem eigenen Erstaunen, sturzlos zu. Yeah! Abends ging es dann bei Flutlicht weiter – und ich konnte gar kein Ende finden, die “Berge” Indianas hinunterzusausen. Aber irgendwann war mein Tagespass dann abgelaufen und ich machte mich frohen Mutes auf den Weg nach Hause. War ja alles phantastisch gelaufen. Stolz wie Bolle zurück auf den Highway – 3 Meilen weiter, die Staatengrenze zu Ohio gerade so passiert, fing Luise an zu stottern und beschleunigt nicht mehr. Der Seitenstreifen der Autobahn wurde unser Zuhause für die nächste Stunde. Leider halfen weder gutes Zureden noch unermüdliche Startversuche. Luise war bockig und gab keinen Mucks mehr von sich. Mein Vermieter und amerikanischer Ersatzvater (gleichzeitig auch mein persönlicher Automechaniker...) Ray war zu allem Übel auch nicht erreichbar, sodass ich schließlich von Christina abgeholt wurde. Luise blieb allein auf dem Seitenstreifen zurück – schnief. Am nächsten Morgen fuhr ich dann mit Ray zu ihr – aber auch ihm gelang es nicht, sie zurück ins Leben zu holen. Also kam der große Abschleppwagen und nahm sie mit in die Werkstatt. Das Ende vom Lied: Die Kraftstoffpumpe…oder eben nicht mehr ;-) Teurer Montag-Morgen-Spaß. Aber der sollte erst angefangen haben.

Nachdem ich abends aus der Dusche gesprungen war und mich todmüde in mein Bett schmeißen (ja, schmeißen: ich war müde!) wollte, verhakte sich mein kleiner linker Zeh mit dem Bettgestell und AAAUUU!!! Sterne über meinem Bett, Blut über meinem Zeh. Totalschaden – und Schmeeeerzen, die gar nicht mehr aufhören wollten. Da das mit dem Laufen dann am nächsten Morgen immer noch nicht besser war (ja, ich habe ihn gefunden: den Sinn des kleinen Zehs…), schnappte ich mir mein Fahrrad für den Weg zur Schule. Auf dem Weg nach Hause schlitzte ich mir an einer gemeinen Glasscherbe den Vorderreifen auf, sodass auch mein letztes Fortbewegungsmittel gefechtsunfähig wurde. Auto kaputt, Zeh kaputt, Fahrrad kaputt. Silvana ohne jegliche Chance auf Bewegung. Hinzu kam ja noch, dass die Straßen zwar mittlerweile von Schneefahrzeugen gefegt worden waren – dass das aber nur hieß, dass der Schnee von der Straße auf die in den USA sowieso meist unbenutzten Gehwege geschoben wurde. Bravo. Nach ein paar Tagen wurde das die perfekte Rutschbahn – insbesondere mit Totalschaden am kleinen Zeh. Ein weiteres Hoch auf den Winterdienst in Cincinnati…

Und der Spaß hatte erst begonnen. Der Valentinstag brachte Wintereinbruch # 2 mit sich – nicht so sehr in der Form von Schnee, aber von Eisregen. Die Fernsehsender ließen es schon nach nationaler Katastrophe aussehen und sendeten alle paar Minuten Wetterwarnungen. Zugegebenermaßen: Andere Orte, insbesondere im Nordosten der USA, hatte es deutlich schlimmer getroffen. Aber auch auch unsere Uni entschied sich, nochmal einen Tag alle Einrichtungen zu schließen. Noch schneite es eigentlich nur, nachts sollte dann der Eisregen einsetzen. Eigentlich waren sich alle einig, dass das der eigentliche Grund für einen “snow day” wäre. Nur die Unileitung hatte irgendwie komische Prioriäten und ließ alle am nächsten Morgen auf eisglatten Straßen und Gehwegen zur Uni rutschen. HÄÄÄH? Nicht nur, dass das so viel gefährlicher war als das bisschen Schnee am Vortag. Ich hatte am nächsten Morgen auch einen Kurs, den ich allzu gern verschlafen hätte ;-) Naja, das hatte nicht sollen sein. Stattdessen rief mich eine besorgte Christina an. Der letzte Eisregen in North Carolina hatte ihr fünf Tage ohne Strom beschert (und damit ohne Heizung…). Im Hightech-Land USA verlaufen die Stromleitungen eben über der Straße und, obwohl hübsch anzusehen, tendieren unter der Eislast ab und an zu reißen. Bei mir hieß das glücklichweise nur 5 Minuten Stromausfall, für ein paar andere in meinem Institut ein paar Tage Kälte in der eigenen Wohnung und dann wechselndes Exil in den Wohnungen von Kommilitonen.
Dafür konnte ich mich am Nachmittag auf Fototour in Clifton, dem Uni-Viertel, begeben. Ein paar Bilder könnt ihr hier sehen – den Rest in meinen Fotoalben. Ein Eiszapfen-Junkie im Rausch ;-)

Mittwoch, Februar 14, 2007

Zur Feier des Tages

Valentinstag. Mein Enthusiasmus, diesen Tag feierlich zu begehen, hält sich in Grenzen. Das ist zwar deutlich schwieriger in den USA als in Deutschland, wurde mir heute aber auch besonders einfach gemacht: Immerhin konnte ich mich wunderschön darüber aufregen, dass die Todesopfer der derzeitigen Kältewelle in den USA nicht so sehr die Gemüter der Amerikaner erregten wie die in Gefahr geratene Auslieferung von Valentinstags-Blumen!!!
Suggi sorgte dann jedoch für die Ehrenrettung des Valentinstages und rief mich in aller Frühe heute auf meinem Handy (!) an – nachdem erst einmal alle möglichen Szenarien in meinem Kopf abgelaufen waren, was denn passiert sein könnte, dass Suggi mich so dringend erreichen muss, beruhigte er mich dann schnell wieder: Alles Gute zum Valentinstag! Uff, das ging ja nochmal gut. Er hatte es halt nur gut mit mir gemeint und wollte mir ein paar liebe Worte sagen, weil ich ja sonst so allein bin….?!? Fast hatte mein Selbstmitleid mich besiegt. Selten waren mein Fremd- und Selbstbild so offensichtlich verschieden ;-) Gefreut hab ich mich über den Anruf natürlich trotzdem – und zumindest hat er mir ein bisschen von der Bedeutung des Valentinstages zurückgegeben. Deshalb werde ich diesen Blogeintrag jetzt nutzen, um dem von mir am meisten geliebten Mann ein ganz besonderes Geschenk zu machen. Es bahnt sich keine Sensation in meinem Liebesleben an, keine Sorge. Basti, kein weiterer Name auf der langen Liste der Zech-Männer ;-)

Stattdessen gilt meine ganze Aufmerksamkeit am heutigen Tag meinem Computer (wie eigentlich auch sonst immer). Heute soll er nun endlich seinen Namen bekommen. Ja, nach langem Grübeln habe ich dann doch entschieden, dass mein Computer männlich ist. Ich konnte die geäußerten Argumente dagegen ja auch sehr gut nachvollziehen, aber die “Frauen” in meiner Umgebung hätten doch zu viel Einfluss auf mich bekommen – und Luise und Hilde wohlmöglich Konkurrenz! Es ist also ein Junge. Und bisher hat er sich auch bestens mit den beiden eben genannten Damen verstanden – wenn er auch “nur” auf der Rückbank mitfahren durfte. Jetzt sollte ich wohl langsam mal auf den Punkt kommen… Aber man kennt das ja: Bevor der Gewinner am Ende der Show bekannt gegeben wird, gibt es erst einmal eine lange Vorrede (bei mir sowieso) und Grußworte und Gastredner und Vorab-Dankesreden. Der Trommelwirbel darf schon mal beginnen. Langsam. Im Hintergrund. Denn die hohe Qualität aller Beiträge verdient noch ein paar Worte meinerseits.

Schließlich hatte sie dazu geführt, dass die Namensfindung nicht wie geplant straight forward (how do you say that in German?!) vorgehen konnte. Die Jury hatte Endlos-Diskussionen über die verschiedenen Vorschläge und deren Rechtfertigungen zu führen, denn sie hatte nicht damit gerechnet, welche Geschehnisse der älteren und jüngsten Geschichte auf einmal ins Spiel kommen würden. Wer konnte denn damit rechnen, dass ernsthaft Vorschläge wie “Zeitzi” geäußert werden würden – nur so als Beispiel ;-) Aber meinen Computer nach meinem künftigen Schwager zu benennen ?! In den letzten Nächten tat die Jury daher schon gar kein Auge mehr zu - zu aufgewühlt waren die Nerven der einzelnen “Mitglieder”. Nein, ich leide nicht unter Schizophrenie (auch wenn sie das alle sagen…). Zwei Persönlichkeiten hätten in diesem Fall auch nicht ausgereicht. So einigte sich die Jury letztlich auf einen Kompromiss: “Middle name” ist das Zauberwort!
Dies hat einerseits den großen Vorteil, dass mein Schatz sich in puncto Namensgebung unter den Amerikanern nicht so sehr auffällt, andererseits wertet der Mittelname auch den gesamten Namen noch ungemein auf. Und man muss nicht immer eine Zeile beim Ausfüllen von Formularen freilassen. Und man wird nicht immer ungläubig angeguckt, dass “Silvana” der volle und einzige Vorname ist. All das erspare ich meinem Süßen. So lernt man aus den Fehlern seiner Eltern ;-)

Trotzdem bleibt der künftige Vorname meines Schatzes sein Rufname und der/die Vorschläger(in) damit Hauptpreisträger(in) in diesem Wettbewerb. Damit bin ich dann ja wieder und endlich bei des Rätsels Lösung angekommen. Nochmal Trommelwirbel, dieses Mal crescendo bitte.

And the winner is:
Sapple M. Brand.


Herzlichen Glückwünsch an Herrn Sebastian Rentmeister aus R. an der H. für diese äußerst gelungene Kombination aus traditionell deutscher Wurzel (eine Tendenz, die mir persönlich ja sehr sympathisch ist) verbunden mit dem globalen Flair eines zweisprachig aufwachsenden Youngsters, der auf dem Weg ist zu lernen, sich den (Microsoft)Normen dieser Welt zu widersetzen. Der Preis für diesen Sieg wird sich in Kürze auf den Weg nach Deutschland machen (und ich bins dieses Mal nicht, auch nicht heimlich als Überrraschung...).

Aber was verbirgt sich nun hinter den restlichen Namensbestandteilen? Zunächst einmal zwei Preise, die ich ungern Trostpreise nennen möchte, für die ich aber im Moment kein besseres Wort finde, denn gewonnen haben sie ja auch.

Das M. – es hat mich in besondere Bedrängnis gebracht. Denn wie könnte ich, ohne mit der Wimper zu zucken, Minko aus diesem Wettbewerb und aus unser aller Herzen verdrängen? Ich will Frau Christina Beck keine böse Absicht unterstellen, aber ein wenig emotionales Kalkül war wohl bei diesesm Namensvorschlag dabei…. Nun dann sei es so. Dafür ist der Mittelname da. Er kann erinnern lassen, ein wenig verdecken vielleicht, doch vor allem ehren. In Gedenken an unser aller Liebling also, Minko!


Und wenn ich meinem Computer schon keinen Oberlippenbart ankleben konnte, so musste ich dann jedoch wenigstens durch seinen Namen den deutschen Handball in Person von Heiner Brand beglückwünschen. Schließich ist es ja gerade äußerst trendy, Handball toll zu finden. Auch wenn ich in meiner Familie da noch nie herumgekommen bin und diese Namenswahl daher ganz klar nicht Ausdruck einer Modeerscheinung ist.

Ich sehe die Entscheidung, meinem Computer den Familiennamen “Brand” zu geben, gleichzeitig auch als eine von vielen Maßnahmen meinerseits, den Amis den wahren Stellenwert von Handball zu erklären. Nein, es ist nicht die simplere Form von Basketball, auch nicht die vereinfachte Mischung aus Fußball und Basketball – und schon gar nicht ein Grundschulsport nur für Mädels!!! Wenn man so etwas im Land von American Football und Baseball (bäh!) hört, muss man doch zum Aktivisten werden!
California-Hit-Radio-DJ Christian darf sich also freuen, denn sein Vorschlag gehört somit auch zu den Gewinnern. Zwar wird meine Schwester wird jetzt wahrscheinlich ihre Ansprüche auf den Preis anmelden, aber ich halte die Sachlage für eindeutig. Punkt. Wie auch sonst üblich auf diesen großen Preisverleihungen kann sie dann ja auf der Pressekonferenz gekränkt umherzicken, dass sie die Lorbeeren verdient gehabt hätte. Aber hier bin ich Bestimmer und ich sage, dass es um Originalität geht und nicht um fremde Federn…

So, das war es soweit von Silvanas Computer-Gala 2007. Bevor jedoch die Pressekonferenz im Kommentarbereich dieses Eintrags stattfindet, möchte ich mich nochmals bei allen Einsendern bedanken. Hier gibt es nämlich keine Verlierer! Deshalb lade ich euch auch alle zur After-Show-Party ein, um Sapple M. Brand gebührend zu feiern! Das kann ich sowieso am besten. Cheers!

Freitag, Januar 26, 2007

Kurzer Zwischenbericht - Interim Report

My first attempt for a bilingual blog-entry. We'll see how that goes. So if you don't have a clue what the following alphabet soup stands for, fast-forward to the end of this entry and I promise a short summary and THE reason to make this superspecial entry ;-)

Und nun zu euch: Ich bin noch am Leben - wieder - nach fast einmonatiger Computerpause, weil Hugo in Deutschland in den Ruhestand gegangen ist und sein Nachfolger es noch nicht zu mir geschafft hatte. Nun ist aber alles wieder gut und ich kann wieder am postmodernen Kommunikationsstil der Internetgesellschaft teilhaben. Außerdem ist die Zeit der gruseligen "23" vorbei - und dies auch eine Gelegenheit, um mich bei euch allen im globalen Rundumschlag für die Glückwünsche und Happy-Birthday-Ständchen und alles andere, was ihr euch Süßes habt einfallen lassen, zu bedanken.
Ich hatte einen wunderbaren Geburtstag, wenn auch so ein Tag auf der anderen Seite des Atlantiks notgedrungen auf Kosten des Schlafs geht und gezwungenermaßen in Schichten abläuft. Das fängt um Mitternacht an, mit meiner Mama, die mich die ersten anderthalb Stunden erfolglos zu erreichen versucht, weil andere Leute die gleiche glorreiche Idee hatten - und geht weiter mit meiner lieben Oma, die meint, dass 7 Uhr in der Früh ja schon fast 2 Stunden nach ihrem Mittagessen ist und daher spät genug für einen Anruf. Aber ja, ich war dann wach und hab mich über die Glückwünsche sehr gefreut. So ging der Tag dann weiter mit Geburtstagskuchen-Essen (ätsch-bätsch, es gab Oreo-Cheesecake... und alle, denen jetzt nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, wissen höchstwahrscheinlich nur nicht, was Oreos sind...dafür gibts noch mal ein extra-ätsch!) im Institut sowie kollektivem Bejubeltwerden in der Bibliothek und endete nach einem grandiosen Vortrag (über die Raubzüge im archäologischen Museum Bagdad) in einem Sushi-Restaurant und der besten Eisdiele diesseits des Ozeans (ich bin mit 24 Jahren noch nicht senil genug, um die Köstlichkeiten der italienischen Eis-Kultur verdrängt zu haben).
Jetzt frage ich mich gerade, warum ich schon wieder so viel geschrieben habe, obwohl dies doch nur ein kurzes Lebenszeichen werden sollte?!?
Eigentlich (schönes Wort) wollte ich mich ja nur mit meinem neuen Liebling zurückmelden und einen Notruf für eben diesen Schatz in die weite Welt loswerden: MEIN COMPUTER HAT NOCH KEINEN NAMEN!!!!!!!!!!!!
Es kann einfach keinen zweiten Hugo geben (zumal Hugo ja auch in den sorgsamen Händen meines Schwesterleins weiterlebt.) und Zahlen im Namen sind unannehmbar. Deswegen rufe ich hiermit den

Wettbewerb zur Namensfindung

meines neuen Computers offiziell aus und fordere euch auf, kreativ zu werden, um dem namenslosen Dasein von XYZ ein Ende zu bereiten. Einziges Kriterium für die Auswahl des Siegers oder der Siegerin wird mein persönlicher Geschmack sein - und den kennt ihr ja alle. Also her mit den Ideen! Ich verspreche dem Sieger/der Siegerin auch einen einmalig großartigen Preis und die namentliche Veröffentlichung auf dieser in der heutigen Medienwelt bedeutenden Internetseite. Wenn das mal nichts ist?!



Und jetzt noch einmal für unsere amerikanischen Brüder und Schwester, die ja nicht ausgeschlossen werden sollen im Land der uneingeschränkten Gleichheit (räusper):

Skipping the first part of the German section, I will turn my attention directly to the most crucial part of this entry, i.e. MY NEW COMPUTER - which/who, as many of you know, does not have a name yet. I therefore take this opportunity to announce the

Silvana's-Computer-Needs-A-Name-Competition!

The rules are easy: All you have to do is come up with phantastic and semiphantastic ideas for my new darling. And I promise: There will be a prize for the winner! So go ahead and come up with names that match my handsome, charming, and charismatic computer! I'm looking forward to marvelling at your ideas - and guys, I'm sure we can come up with some suggestions tonight... see you at Murphy's and the Poison Room!!!

Montag, Dezember 04, 2006

Thanksgiving...or: As American as it gets...

Ich bin ein wenig hinter dem aktuellen Tagesgeschehen zurückgeblieben. Aber veraltet sind meine Thanksgivingerlebnisse von letzter Woche deshalb noch lange nicht. Schließlich bin ich den Muskelkater erst seit ein paar Tagen los :-) Vom Truthahnschneiden? Weit gefehlt. Ich hab mich stattdessen unter die Sportler gesellt. Und für alle die, denen das jetzt komisch vorkommt, folgt hier die Erklärung:
Thanksgiving ist in Cincinnati traditionell mit dem 10-Kilometer-Rennen downtown für einen guten Zweck verbunden. Mir war diese Idee anfangs auch recht fremd. Guter Zweck, ja gern, ich spende ein paar Dollar - aber warum sollte ich bezahlen, um dann auch noch laufen zu müssen? So ist das halt hier: Die Startgebühr geht direkt an einen Verein, der damit das schlechte Gewissen der Amerikaner und uns vier Europäern ausgleicht. Das ist, kurz gesagt, Thanksgiving hier.
Ich hatte nun von diesem Lauf gehört, an dem alljährlich tausende Menschen teilnehmen. Silvana wollte also wieder mal dabei sein, wenn irgendwo was los war - selbst wenn das mit körperlicher Anstrengung verbunden war. Um den Schaden zu begrenzen, suchte ich mir Leidensgenossen. Das waren dann am Ende Simone aus Deutschland, die im letzten Jahr hier gelebt hatte und nun auf Besuch zurück war, ihr Freund Will sowie Sandrine und Jean-Marie aus Frankreich. Das Gute daran war: Simone und ich konnten vorher gerechtfertigt auf Shopping-Tour gehen, weil wir ja das nötige Equipment brauchten... Wer kann da schon widersprechen? Außerdem hatte ich die glorreiche Idee, schon einmal vorher auszutesten, was meine Beine und Lunge so hergeben, und probte den Donnerstag-Morgen-10-Kilometer-Ernstfall schon mal am Montag in meinem Viertel. Berg hoch, Berg runter, bis zur Ampel, Hoffen, dass die Ampel rot wird, wenn man bei ihr ankommt, Feststellen, dass sich alle Ampeln Cincinnatis gegen einen verschworen haben und grün werden, sobald man sich ihnen nähert. Aber mein innerer Schweinehund ließ sich besiegen und so kam ich nach 10 Kilometern und etwas mehr als einer Stunde wieder zu Hause an. Aber hey, die Glückshormone, die ich danach ausschüttete, haben mich tatsächlich belohnt. Der Muskelkater und die Rückenschmerzen in den nächsten Tagen machten das allerdings wieder wett. Uff....aua....urgs...verdammt nochmal...
Die Mittwoch-Abend-Therapie bestand dann in Schwimmen und im Whirpool-Liegen. Das tat Wunder - bis ich zu Luise, die in der Nähe des Fitnesscenters geparkt war, zurückkehrte und den nächsten Strafzettel an ihrer Windschutzscheiben kleben sah. Die nächste Schmerzattacke durchzockte sogleich meine Muskeln und insbesondere meinen Rücken. 40 $ für Falschparken. Die Amis haben echt keine Relationen...
Zur Ablenkung gesellte ich mich zur Pre-Thanksgiving-Party der Internationals. Das war eigentlich ziemlich nett. Recht ruhig, tatsächlich fast bürgerlich, aber ur-gemütlich. Jeder hatte etwas zu essen mitgebracht (was sich als die Hauptbeschäftigung des nächsten Tages herasstellen würde, aber noch fand ich das alles ganz prima...). Naja, ich hatte auf den Strafzettelschock nur noch die Alkoholabteilung des Supermarkts finden können. Mir wurde verziehen.
Am nächsten Morgen klingelte dann der 10-Kilometer-Rennen-Wecker um 8 Uhr. Wie gut, dass ich andere Leute angestiftet hatte, mit mir zu laufen und mich abzuholen. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich nochmal genüsslich in meinem Bettchen umgedreht und weitergeschnarcht. Stattdessen war ich tatsächlich fertig gekleidet, als Sandrine und Jean-Marie bei mir klingelten. Keiner war motiviert, alle beschuldigten mich, die ganze Sache angerührt zu haben - und ja: Sie hatten Recht. Aber nun gabs kein Zurück. Irgendwas in meinem unteren Rücken stichelte zwar noch fürchterlich, aber wenn ich gebeugt genug lief, hielt sich der Schmerz in Grenzen. Ich hatte also meine Strategie gefunden.
Wir waren alle ein wenig überwältigt von den Massen an Menschen, die sich früh morgens an Thanksgiving im Football-Stadion downtown eingefunden hatten. Die Startnummern der Leute konnten wir bis auf deutlich über 12000 verfolgen. Entsprechenderweise waren wir auch nicht in der ersten Reihe beim Startschuss. Und erst hier wurde mir beigebracht, dass nicht der-/ diejenige mit der schnellsten Zeit das Rennen gewinnen würde, sondern der-/diejenige, der/die (boah, dieses Feministengehabe kann ganz schön anstrengend sein) zuerst das Zielband durchläuft. Ich hatte also von Vornherein keine Chance. Deshalb gab ich meine Siegesambitionen gleich mal auf und stellte den Spaß (und die Bekämpfung des Schmerzes in meinem Rücken) in den Vordergrund. Mone und ich waren ein hervorragendes Team. Angefeuert von Gloria Gaynors "I will survive" auf meinem (geborgten-wichtig für das Verständnis von Teil 2 dieses Eintrages...) MP-3-Player liefen sich die 6, 213 Meilen nur noch halb so schwierig. Nach einem großen Bogen in Downtown Cincinnati liefen wir über eine der Ohio-Brücken hinüber nach Kentucky, vorbei am Kino (wo wir beschlossen, nie wieder mit dem Auto ins Kino zu fahren) und anderen Sehenswürdigkeiten in Newport, zurück über eine andere Brücke zum Stadion - fast, denn die 0, 213 Meilen zwangen zu einem kleinen Umweg. Das ist echte Folter, wenn man das Ziel schon fest vor Augen hat, dann aber doch nochmal abbiegen muss. Aber Robbie Williams dudelte "Rock DJ" und ich keuchte den Rest der Strecke vor mich hin. Aber: I did it! Nach meiner Uhr war ich sogar unter 1 Stunde und 10 Minuten geblieben. Lacht ruhig vor euch hin. Ich fand das vollkommen okay in Anbetracht meines Muskelkaters und des Zwickens im Rücken. Die schlechte Nachricht kam dann von der offiziellen Zeitmessung in dem kleinen Computer an meinem Schnürsenkel: 1:11:01. Damn it. Aber die strahlende Sonne ließ mich darüber dann auch nur noch lachen. Die Vorfreude auf das traditionelle Truthahnessen tat ihr Übriges.
Mone und ich waren bei der Familie einer amerikanischen Freundin zum Mittagessen eingeladen. Obwohl wir beide ziemlich k.o. waren, hatten wir doch noch eine Menge Spaß. Schließlich ist so ein traditionelles Familien-Thanksgiving schon eine besondere Erfahrung. Punkt 1 und gleichzeitig das Wichtigste überhaupt: Das Essen. Genauer gesagt: Der Truthahn mit den dazu gehörigen Zutaten. Stampfkartoffeln, die Truthahnfüllung (stuffing halt), süße Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Cranberrie-Salat, äääh, hab ich was vergessen? Es war das gaaanz große Fressen. Im Prinzip ist derjenige der Verlierer, der danach nicht sofort in komatösen Tiefschlaf verfällt. Mone und ich waren ziemlich gut dabei (nachdem ich 7268. insgesamt beim Rennen geworden war und 3029. unter den Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts). Wir hatten jede Menge Spaß, denn die ganze Familie der besagten Freundin war für dieses Ereignis zusammengekommen (inklusive des äußerst netten Cousins...). Ich schätze auf so ungefähr 20 Leute und konnte nicht anders, als die ganze Atmosphäre, insbesondere mit dem späteren Kartenspielen, mit unserem Weihnachten zu vergleichen. Nur ohne Geschenke. Ich glaube, das trifft es ziemlich gut. Schließlich war auch sonst alles anders an diesem Tag in den USA. Die Straßen waren wie ausgestorben. Parkplätze gab es zu Hauf in meinem Stadtviertel. Und selbst der 24-Stunden-Supermarkt hatte geschlossen...ehrlich gesagt: ich glaube, das passiert noch nicht einmal zu Weihnachten.
Nachdem ich mich dann also von besagtem Cousin verabschiedet hatte, fuhren Simone und ich weiter zum nächsten Truthahnessen, das Christina und Elizabeth vorbereitet hatten. Dinner Party. Aber wenn man am Morgen 10 Kilometer gelaufen ist, dachte ich, dürften es ruhig auch zwei Turkeys sein. Nach und nach trudelten alle möglichen Freunde ein, die über Thanksgiving nicht zu ihrer Familie gefahren waren. Das waren ein paar Leute aus meinem Institut und darüber hinaus ein paar internationals. Christinas neue Wohnung hatte einen solchen Ansturm von Leuten noch nicht gesehen. Aber irgendwann ist ja immer das erste Mal. Nachdem mein zehnter Vorschlag für ein Spiel dann endlich angenommen wurde, verbrachten wir die nächsten Stunden mit dem guten, alten Wer-Bin-Ich-Spiel, bei dem einem der Namen von irgendeiner Person auf die Stirn geklebt wird, den man dann per Ja-oder-Nein-Fragen erraten muss. Useless to say: I had a lot of fun ;-) Aber nach ein paar Verdauungsdrinks ging selbst mir die Puste aus und ich fiel vollkommen erschöpft in mein Bettchen. Kein Thanksgiving-Tanzen, aber ich hatte ja auch noch Großes vor.

(Tut mir leid. Ich merke, wie sich dieser Bericht schon wieder ins Unermessliche ausdehnt. Gleichzeitig schreiten die Zeiger meiner Uhr schon deutlich auf 2 Uhr morgens voran. Also: Der Rest ein wenig kürzer.)
Der Tag NACH Thanksgiving ist DER Shopping-Tag für den John-Normal-Amerikaner. Das heißt aber nicht, dass auch die Zeiten des Einkaufens normal wären. Die Geschäfte haben wahnsinnige Angebote in den Läden (Computer für 200 Dollar und so) - allerdings nur von 5 Uhr morgens bis 11 Uhr kurz vor Mittag. Ich hatte mir einen neuen MP-3-Player, ein Super-Schnäppchen einer renommierten Elektrogerätekette, ausgesucht (nur 30$!!!). Dafür war ich auch bereit, Luise um 5 Uhr morgens zur Mall zu fahren. Alle hatten sie mich gewarnt, alle hatten sie versucht, mich abzuhalten. Trotzkopf Silvana ließ nicht locker.
Um 5 Uhr auf dem Parkplatz der besagten Elektro-Kette angekommen war auch alles halb so schlimm. Nur ein paar Leute standen vor der Tür an. No Problem. Ich also zum Ende der Schlange hin....bloß das Ende ließ sich nicht finden. Die Reihe der Leute vor dem Geschäft ging hinter der Ecke weiter. Naja, immer noch kein Problem. Stell ich mich eben dahinter an. Blöd nur, dass die Schlange noch hinter der nächsten Ecke (also an der Rückseite des Gebäudes) weiterging, und zwar die komplette Länge des Geschäfts entlang. Aber nun war ich halt hier und Aufgeben ist meine Sache ja nicht unbedingt. Nach einer geschlagenen Stunde des Wartens in der Kälte konnte ich dann endlich den Laden betreten. Mittlerweile freute ich mich mehr über die angenehmen 25 Grad drinnen als über die Aussicht auf meinen neuen MP-3-Player. Immerhin: Mein Auserwählter war eine Stunde nach Ladenöffnung noch nicht ausverkauft (anders als die Sony Playstation 3, die Computer, Laptops und Flachbildfernseher, auf die die meisten scharf gewesen waren). So konnte ich also genüsslich durch den Laden schlendern (denn es wurden immer nur 25 Leute pro Schub hineingelassen) und mir mein eigenes Bild machen vom Shoppingwahnsinn schlechthin. Sommerschlussverkauf ist ein Sch...dreck dagegen. Mir fehlen die Worte. Eigentlich hatte ich vorgehabt, nach diesem Einkauf noch in den anderen Geschäften nach Schnäppchen zu suchen. Danach war mir dann um 6:30 Uhr doch nicht mehr. Die Aussicht auf mein warmes Bett war zu verlockend. Und die Aussicht, meinen Muskelkater einfach wegzuschlafen, auch. Selbst wenn diese unerfüllt blieb.