Donnerstag, Juni 29, 2006

Mama auf großer Tour

In den letzten Wochen (Monaten...) habe ich mein Blog hier ein wenig vernachlässigt. Ich hoffe, dass ihr das als gutes Zeichen gewertet habt, da ich offensichtlich jede Menge anderer Sachen zu tun hatte. Das Frühlings-Quarter hatte noch ein letztes Mal für dieses (akademische) Jahr meine Kräfte gefordert (die nach 10 Monaten studieren - fast non-stop...- eigentlich schon sehr weit aufgebraucht waren) und auch sonst hatte ich viel auf dem (Freizeit)Plan.
Ein Höhepunkt in den letzten Wochen war da ganz sicher die Klettertour nach West Virginia mit dem Mountaineering Club der Uni. Ich habe es leider nicht geschafft, einen eigenen Blog-Beitrag dazu zu schreiben, aber Fotos könnt ihr in meinem Fotoalbum finden. Genauso für ein paar andere Sachen wie z.B. unser Memorial-Day Barbecue (wieder einer dieser abgefahrenen Ami-Feiertage...).
Nachdem das akademische Jahr Anfang Juni dann (endlich!) zu Ende war, stand auch bald schon Mamas Besuch vor der Tür. Die eine Woche, die zwischen Prüfungsende und ihrer Ankunft lag, wollte ich eigentlich nutzen, um ein paar Uni-Projekte voran zu treiben...aber daraus wurde schließlich doch nix, weil Vieles (für Mama) vorbereitet werden musste...sie sollte ja nun nicht gerade meine Wohnung in Hoch-Möhl-Zeiten erleben ;-) Aber auch die Uni-ist-endlich-zu-Ende-Partys hielten mich vom Wesentlichen ab. Akku alle, Motivation weg - da half einfach nix.
Am Sonntag (18. Juni) kam Mama dann in Cincinnati eingeflogen - aber nach mehr als 24 Stunden Reise war nicht mehr viel mit ihr los, nachdem Luise und ich sie vom Flughafen abgeholt und ihr eine erste Tour durch Downtown-Cincinnati gegeben hatten. Das Wiedersehen war aber trotzdem super!!! Montag begann dann die richtige Tour - über meinen Uni-Campus, durch mein Institut (mit spontaner Beleidigung meines Professors durch meine Mama, die ihn als Hausmeister titulierte...) und zum Lebensmittel-Shoppen. Schließlich wollte ich meiner Mama auch das gigantische Einkaufserlebnis, speziell in der riiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeesigen Cornflakes-Abteilung ermöglichen. Hat geklappt. ;-) Das war aber natürlich noch nicht alles für den Montag - wenn Silvana eine Tour plant, dann bleibt halt keine Zeit zum Ausruhen. Nachdem wir uns Cincinnatis "Eden-Park" angesehen und von hoch oben weit über den Ohio nach Kentucky geschaut hatten, waren wir bei Joni zum Abendessen eingeladen. Doch auch danach war noch nicht Schluss ;-) So wie mein Opa jeden Montag Skat spielen fährt, habe ich schließlich auch meine Montag-Abend-Aktivität. Zusammen mit meinen Kommilitonen fahre ich montags nämlich immer zur Quiz-Night - einem geselligen Zusammensein in einem Pub bei Bier und Fish & Chips, bei dem teamweise Fragen beantwortet werden müssen à la "Wie teuer war die erste Ausgabe des Playboys?" oder "Wie heißt der höchste Berg Europas?" (und für alle, die jetzt übermütig meinen, dass das ja wohl einfach wäre...Mt. Blanc natürlich...pfffffff, als richtig wurde von der Quiz-Night-Lady irgendein Berg im Kaukasus gewertet, der zwar durchaus höher ist als der Mt. Blanc - aber ob das noch in Europa liegt, wage ich ja zu bezweifeln...). In diese Runde musste meine Mama ja nun auch noch eingeführt werden. Als wir ankamen, hatte mein "Classics"-Team allerdings schon den zweiten Platz errungen, sodass uns nur noch blieb, auf den Erfolg zusammen anzustoßen.
Dienstag früh musste erst einmal Fußball geguckt werden. Deutschland - Ecuador stand auf dem Programm. Ich hatte ein paar Freunde und meinen Vermieter Ray zu mir nach Hause eingeladen, sodass wir in kleiner Gruppe die Tore bejubeln konnten. Danach gingen wir dann als echte Touristen verkleidet auf die wenigen Sehenswürdigkeiten Cincinnatis los (downtown, wo wir von dem einen Hochhaus einen fantastischen Ausblick hatten). Wir überquerten zu Fuß die älteste Brücke in Cincinnati und betraten damit den Boden Kentuckys - den zweiten Staat auf unserer Reise bisher. Weitere sollten folgen. Nach dem Geschichts-Museum (das war wirklich gut - und ich habe Mama auch nicht gezwungen!) sollte der Höhepunkt des Tages auf dem Programm stehen: der Omnimax-Film über das antike Griechenland. Das Besondere an diesem Kino ist, dass man in den Sesseln fast liegt und der Film in eine Art Planetarium über einem projeziert wird, sodass man den Eindruck bekommt, man wäre selbst mittdendrin. Das hielt Mama ganze 2 Minuten aus - von da an begann der Tiefpunkt des Tages. Leichenblass verließ sie das Kino nach den 45 Minuten und war daraufhin den ganzen Tag nicht mehr ansprechbar. K.O. in der ersten Runde. Wie gut, dass das kein schlechtes Omen für die Weltmeisterschaft war!
Aber so waren wir wenigstens ausgeruht für unsere geplante Shopping-Tour am Mittwoch, zu der wir schon morgens um 8:00 aufbrachen. Wir haben beide wohl im Laufe des Tages den Überblick verloren, wie viel Geld wir beide zusammen ausgegeben haben. Aber es gab ja auch sooo viele tolle Sachen in den verschiedenen Läden. Einige von euch werden meine neu eingekleidete Mama ja bald persönlich bewundern können. Wie amerikanische Shopping-Malls nun mal so sind, ließen sie kein Ende zu - erst um 19 Uhr waren wir fertig. Nach einem Abstecher mit einigen meiner Freunde in den Park am Ohio-River (wo jeden Mittwoch eine Party stattfindet mit Live-Musik und Bier und Burgern...), ließen wir den Abend mit einer Partie "corn-hole" im deutschen Biergarten "Christie's" (praktischerweise gleich bei mir um die Ecke...) ausklingen, einem in Cincinnati äußerst beliebten Freiluft-Brett-Spiel. Ich werde Suggi wohl beauftragen müssen, dieses Spiel für Zahren nachzubauen - ich sehe durchaus Unterhaltungswert für laue Sommerabende! Außerdem muss ich auch noch Revange nehmen für die Niederlage, die mir meine Mama zufügte!
Nach dem letzten USA-Spiel am Donnerstag (Äätsch!) wurde Mama von Ray, meinem Vermieter, in seiner 2005er Corvette (Cabriot natürlich!) nach Kentucky chauffiert. Luise hatte danach zwar ein paar Minderwertigkeitskomplexe, brachte uns später aber trotzdem auf die andere Ohio-Seite nach Covington und Newport, wo wir uns die ehemals deutsche Siedlung ansahen und bei Apfelstrudel im Restaurant "Unter der Linde" (Kein Witz!) den letzten Tag in/um Cincinnati genossen. Abendessen gab es im äußerst traditionsreichen "Mecklenburg Garden" in Cincinnati - was zwar nicht nach unserem Heimatbundesland, sondern nach einem Einwanderer namens Mecklenburg benannt ist- aber wen stört das schon... Auf eine abendliche Tour ins Hofbräuhaus konnte ich Mama dann aber nicht mehr überreden - okay, schließlich wollten wir am nächsten Morgen auch schon um 4:45 Uhr nach Dayton zum Flughafen fahren.
Auf gings also auf die "richtige" Reise, erste Station Washington DC. In der Zeit zwischen Freitag und Sonntag konnten wir eine Menge Sehenwürdigkeiten und Museen anschauen, sodass wir abends meist todmüde ins Bett fielen. Wir liefen die "Mall" ab - zwischen dem US-Capitol und dem Lincoln-Memorial -, schauten einige der großartigen Smithsonian-Museen an und sahen das Weiße Haus aus der Ferne (George W. wollte uns doch partout nicht hereinbitten - und das obwohl unsere Angie ihn so nett nach Meck-Pomm eingeladen hat!). Obwohl der Innenstadtbereich Washingtons recht übersichtlich ist, hatten wir doch immer ein volles Programm, um so viel wie möglich von Washington zu sehen. Bei den vielen Gedenkstätten, die es da so gibt, ist das nicht ganz einfach. Da haben nämlich nicht nur die wichtigsten Präsidenten ihr eigenes "Memorial" (Washington, Jefferson, Lincoln), sondern auch alle Kriege, die die USA in den letzten 100 Jahren geführt haben. Dass das eine ansehnliche Anzahl ist, dürfte jetzt jedem klar sein. Ach, und nicht zu vergessen: wir haben sogar die originale Unabhängigkeitserklärung, Verfassung und Bill of Rights gesehen - wie vorbildliche Amerikaner ;-)
Am Sonntag sollte es dann per Flieger nach New York gehen. Wir waren auch pünktlich am Flughafen - aber United Airlines hatte den Andrang von so vielen Fluggästen nicht unter Kontrolle und viel zu wenige Schalter geöffnet. Unsere Abflugszeit rückte immer näher. In der Zwischenzeit wurden schon bestimmte Flüge aufgerufen, um das Einchecken zu beschleunigen. Nur unser war nicht dabei. Als wir dann endlich an der Reihe waren, ließ uns die gute Dame von United nur wissen, dass wir nicht mehr eingecheckt werden könnten, weil es mittlerweile zu spät sei - und drehte sich weg. Keine Entschuldigung oder Alternative. Mama und ich waren wie vor den Kopf gestoßen. Die Zicke am Schalter ließ überhaupt keine Diskussion zu, sondern fügte nur nüchtern hinzu, dass für den gleichen Tag sowieso auch alle anderen Flüge nach New York ausgebucht wären, sodass wir erst am Montag fliegen könnten. Das kam aber überhaupt nicht in Frage, weil wir sonst viel zu wenig Zeit für New York gehabt hätten. So einigten Mama und ich uns darauf, auf eigene Faust nach New York zu FAHREN. Hertz sei Dank kamen wir schnell zu einem Mietwagen und schon waren wir in einem schnuckligen Hyundai auf dem Highway Richtung Baltimore-New York unterwegs. Was für ein Abenteuer! Mama war noch ganz blass um die Nase, aber mit der Zeit wurde auch sie ganz zuversichtlich, dass wir (oder besser gesagt, ich) es nach New York schaffen könnte(n). Und so kam es dann auch, dass wir 5 Stunden später in downtown Manhattan umherdüsten und ohne Probleme unser Hostel fanden. Zwar wären wir mit dem Flugzeug deutlich schneller gewesen, aber so viel Abenteuer hätte es damit nicht gegeben ;-)
So kamen Mama und ich unerwartet auf eine noch höhere Anzahl von Bundesstaaten, in die wir Fuß oder Reifen gesetzt hatten: Ohio, Kentucky, Maryland, Delaware, New Jersey, New York. Nicht schlecht, oder? Mittlerweile war es Sonntag Abend. Wir waren in New York und noch recht frisch, weil wir ja den ganzen Tag eigentlich nix weiter gemacht hatten. So zogen wir dann gleich einmal los, um den New York bei Nacht zu erleben. Und da fängt man ja bekanntlich am besten am Times Square an. Nur dass bei Mama die Begeisterung irgendwie nicht aufkommen wollte. Es war zwar schon alles gigantisch, aber sie hatte sich Vieles in New York anders vorgestellt. Vor allem hatten wohl die fehlende Sauberkeit auf den Straßen und das flippige Viertel, in dem wir wohnten (Chelsea), ihren Anteil daran.
Aber am nächsten Tag sah alles schon wieder ein wenig besser aus. Zwar regnete es, aber wir konnten den Vormittag am Ground Zero, im Finanz-Distrikt um die Wall-Street herum sowie am und im Rockefeller-Center ganz gut verbringen. Als das Wetter dann ein wenig schöner wurde, machten wir eine Bootstour um Manhattan herum, an der Freiheitsstatue vorbei etc. - das war schon beeindruckend und wirklich schön. Wir hatten am Tag günstige Karten für eine Off-Broadway-Show ergattern können - und so amüsierten wir uns abends fantastisch bei der "Slava's Snowshow"! Wirklich großartig und zum Todlachen, ernsthaft ;-) Am Dienstag waren wir dann bei deutlich besserem Wetter die meiste Zeit im Freien unterwegs - auf der Brooklyn-Bridge (die wir, wie es sich gehört, zu Fuß überquerten), auf dem Rockefeller-Center, in China-Town und Little Italy - oder was noch davon da ist...unser Kellner war noch nicht mal ein Italiener ;-( .
Am Ende des Tages fuhren wir dann nach Queens, einem der 5 New Yorker Stadtteile (die meine Mama jetzt auch alle namentlich kennt - bitte austesten!!!). Dort trafen wir auf die AFS-Gruppe und die 120 deutschen Austauschschüler, die meine Mama am Mittwoch auf dem Flug nach Frankfurt betreuen sollte. Größtenteils artete die Zeit im Wohnheim einer Uni dort in Warten aus, da es kein wirkliches Programm für die Schüler mehr gab. Aber so hatten wir wenigstens auch ein bisschen Ruhe und konnten uns gut über die deutschen Schüler amüsieren, die ernsthafte Schwierigkeiten hatten, wieder deutsch zu reden (nicht, dass es mir damals in Italien völlig anders ging, aber lustig wars schon...).
Tja, am Mittwoch waren wir dann mit anderen AFS-Ehrenamtlichen am Flughafen, um den Schülern beim Check-In zu helfen. Denn zu den 120 deutschen Schülern auf dem Flug von New York nach Frankfurt kamen auch noch 70 thailändische Schüler, die von Frankfurt weiter nach Hause flogen. AFS hatte also den größten Teil des Fliegers für sich alleine - was die Airline aber auch teilweise vor gewaltige Probleme in der Abfertigung stellte. Aber wie dem auch sei: Am Ende waren alle Schüler im Flieger und auch meine Mama war damit wieder auf dem Weg nach Hause.
Die Zeit zusammen in den USA ist wirklich viel zu schnell zu Ende gegangen, aber es dauert ja auch nicht mehr lange, bis ich selbst für ein bisschen nach Hause komme. Wann genau das sein wird, ist zwar noch ein Geheimnis, aber im August bin ich auch jeden Fall zu Hause (...und in Sizilien!!! YIPPI!!! Ich habe meinen Flug für eine Woche Catania gebucht!!!). Bis dahin bleibe ich noch ein paar Tage hier in New York und in Boston, dann in Cincinnati, wo ich mein Sommer-Studienprojekt in Angriff nehmen muss. Aber an Arbeit möchte ich jetzt eigentlich gar nicht denken müssen. Deshalb gehts jetzt auch los ins Nachtleben von New York - BYE!!!

Sonntag, April 23, 2006

Herzlichen Glückwunsch!

Ich dachte, dass dieses sportlich in jederlei Hinsicht und weltweit (wie es scheint) erfolgreiche Wochenende einen Eintrag hier in meinem Blog verdient. Meine kleine Schwester hat mit ihrer Handball-Mannschaft als Meister in ihrer Spielklasse nämlich den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft. Glückwunsch, Danni! Wie ich gehört habe, war das Finale letztlich schon spannend und recht knapp - umso besser, dass ihr es geschafft habt. Vor allem mit so souveränen 7-Metern (wenn sie auch ein wenig lasch waren, wie ich hörte ;-) Nein, Spaß beiseite. Ich hoffe, dass ihr im nächsten Jahr in der neuen Liga gut mitmischen könnt und drücke die Daumen von hier aus.
Auch hier war das Wochenende sportlich erfolgreich. Für die Cincinnati Bearcats und natürlich mich - schließlich habe ich einigermaßen erfolgreich die Spielregeln im Baseball vermittelt bekommen (und ich glaube sogar verstanden...) und die Bearcats haben dann ihre Gegner aus Georgetown mit 18:2 regelrecht platt gemacht. Meine Kommilitonen Marc und Chris hatten mich zum Baseball eingeladen und angeboten, mir ihr gesamtes Baseball-Wissen zugute kommen zu lassen. Denn irgendwie hat Baseball am Ende doch eher weniger mit Brennball zu tun, als ich im Vorhinein naiv angenommen hatte. Aber woher soll man das als Deutsche auch wissen?!? (Für diejenigen, die es interessiert: Ich habe hier einen spannenden Artikel über Baseball in Deutschland gefunden.) Nachdem ich dann verstanden hatte, was pitcher, batter, strikes, outs und homeruns sind, konnte ich das Spiel einigermaßen gut verfolgen. Sag mal, Danni, nachdem du "Eine Klasse für sich" nun wahrscheinlich schon 50 Mal gesehen hast: Hast du die Regeln eigentlich drauf? Ich fands jedenfalls manchmal ganz schön verwirrend. Naja, das Plüsch-Maskottchen der Bearcats hatte es mir zwischendrin dann doch wieder mal mehr angetan als das langwierige Baseball-Spiel... obwohl 18 Punkte für Cincinnati eigentlich schon so (ungewöhnlich) viele waren, dass das Spiel laut Marc und Chris (ungewöhnlich) interessant war für einen Anfänger wie mich. Aha. Gut zu wissen ;-) Da trat dann schon mal in den Hintergrund, dass es sportlich anderswo nicht so erfolgreich lief. Anscheinend wird Hansa jetzt zum Punkte-Samariter der 2. Bundesliga. Gegen Cottbus konnte ich das ja noch nachvollziehen. Weshalb aber nun gerade Ahlen die Punkte geschenkt wurden?! Who knows...

Dienstag, April 18, 2006

Ostern 2006

...war ne Menge los. Ich fang am besten mal am Anfang an (naja, streng genommen am Ende: Es war Karfreitag.). Das traditionelle Ostereier-Färben wollte ich mir auch hier in den USA nicht entgehen lassen. Deshalb lud ich einige internationale Studenten (eigentlich waren es ausschließlich Mädels...wo sind die kreativen Männer?! BASTI!!!) zu mir nach Hause ein. Nadine und ich hatten am Vortag alle möglichen Färbemittel gekauft, von "normalen" Färbetabletten über Wasser- und Handmalfarben bis zu Wachsstiften. Wir wollten der Kreativität ja freien Lauf lassen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten der internationalen Sorte (Erika aus Belgien: "Wie? Wir bemalen gekochte und nicht ausgeblasene Eier?") malten dann alle kräftig drauf los. Und so entstanden Freitag in stundenlanger Prozedur knapp 50 fantastische Ostereier - Vero, die vorher noch nie Eier gefärbt hatte, war ganz begeistert. Das Ergebnis konnte sich ja auch wirklich sehen lassen. Der Abend wurde dann bei Jacob's tanzend zu Ende gebracht.
Das war vielleicht eine nicht ganz so gute Idee, denn ich wollte am nächsten Morgen um 8 schon mit Joni, ihrem Freund Tim, seinem Sohn Noah und - nicht zu vergessen - Dodi, Jonis kleiner Hündin, nach Kentucky zum Campen und Wandern fahren. Doch Freitag Nacht ist Jacob's Pflicht - da verzichtete ich lieber auf meinen Schönheitsschlaf. Hat sich auch gelohnt. Kathi, Sandrine, John und ich hatten ne Menge Spaß beim Schwofen.
Na gut, ich war ganz schön k.o. am nächsten Morgen, als Luise und ich hinter den anderen 3 + Hund zweieinhalb Stunden gen Süden fuhren. Und ganz überzeugt war ich auch noch nicht, ob mir das alles so viel Spaß machen würde...bin ja eigentlich nicht so der Wandertyp, wie viele von euch wissen dürften ;-)
Das Grundstück, das Tim dort in Kentucky gehört, ist ein riesiges Waldgebiet, das von Felsen umgeben ist. Wir schleppten zunächst einmal alle Sachen ins "Schlaflager", einer ziemlich hoch gelegenen Höhle. Spätestens da bereute ich doch ein wenig, mich nicht ein bisschen mehr mit meinem Gepäck beschränkt zu haben. Nun wars zu spät. Ich hab's dann aber noch den Berg hoch geschafft - yippi!
Befreit vom Gepäck machten wir uns dann auf die große Wander-Kletter-Rutsch-Krabbel-Fall-Tour durch die Wälder und Felsen. Die Sonne brannte ordentlich, besonders auf meine Schultern. Aber in meinem Gepäck war alles - nur keine Sonnencreme. Wer erwartet auch Mitte April Sommersonne?! Doch ich will mich ja gar nicht beschweren, dass das Wetter so schön ist hier - wenn ich höre, wie eklig es grad noch zu Hause ist - ÄTSCH ;-)
Die Tour war besonders toll, weil ich ohne Ende Motive zum Fotografieren hatte. Sind nicht alles Meisterwerke geworden, aber ein paar Fotos sind schon ganz nett. Dodi, die fotogenste Hündin der Welt, wählte ich zu meinem Lieblingsmotiv, wie ihr an den Fotos (ich habe sie ins Fotoalbum gestellt) unschwer erkennen könnt. Nachdem wir stundenlang die Höhen und Tiefen der Gegend erforscht hatten, gabs dann Lagerfeuer, um die richtige Campingstimmung aufkommen zu lassen. Zwei Freunde von Tim gesellten sich zu uns - und so gabs eine große Runde Hot Dogs (Dodi ist zwar auch 'hot', war aber zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr...keine Angst, Danni!) und andere amerikanische campfire-goodies. Wir schliefen in der hoch gelegenen Höhle (naja, die Höhle war eigentlich eher eine große Einbuchtung in einen Felsen, unter dem wir es uns kuschlig machten) unter freiem Himmel mit Lagerfeuer...wie der Papa (oder war es gar schon der Opa?) von Opa Stock ;-)
Am nächsten Morgen (der Osterhase fand seinen Weg sogar in diesen entlegenen Teil Kentuckys...naja, eigentlich ist ganz Kentucky entlegen...) wanderten wir dann die andere Richtung ab und stiegen zu einem großartigen Felsbogen auf. Auch hier konnte ich natürlich nicht aufhören, Fotos zu schießen. Die Landschaft und die Felsen waren einfach zu verlockend. Als die anderen sich dann zur Kirche aufmachten, brach ich zurück nach Cincinnati auf. Schließlich hatten wir vor, ein Osterpicknick zu machen.
Also düste ich mit Luise (oder umgekehrt) über die Highways Kentuckys und Ohios, entledigte mich in Windeseile der Campingspuren (JAAAA! Fließend Wasser zum Duschen!!!) und fuhr mit den anderen internationalen Studenten in einen Park hier in Cincinnati zum Osterpicknicken. Ich hatte die vielen Ostereier dabei, die in verschiedenen Varianten zum Einsatz kommen sollten. Zunächst wurde das schönste Ei gewählt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hier das Foto der Top Ten. Am Ende setzte sich Jamies Kunstwerk durch. Das anschließende Eiertitschen konnte Vero mit ihrem "Bad-Girl-Egg" (in Erinnerung an Frances, die vor knapp einem Monat zurück nach Kanada gezogen ist) für sich entscheiden - genau wie die erste Runde Eiertrudeln auf der Babypiste. Der Park bot irgendwie nicht die richtigen Abhänge, die ich sonst so aus Cincinnati kenne. Die Alternative (asphaltierter Brückenabhang) überlebte keines der angetretenen Eier gesund und munter. Unseren Spaß hatten wir trotzdem - besonders beim anschließenden Schlemmen. Jeder hatte mehr oder weniger (meist mehr) zu Essen mitgebracht, sodass wir es uns richtig gut gehen lassen konnten. Dazu noch Klärchen von oben - perfekt! Da geriet dann schon mal in Vergessenheit, dass Ostern hier kein offizieller Feiertag ist. Schließlich sind Staat und Kirche ja getrennt. Da gibts keine christlichen Feiertage frei. Wo kämen wir denn sonst auch hin?!? Tststs, diese Amis...hauptsache Veteran's Day, Martin-Luther-King-Day, President's Day oder Memorial Day werden gefeiert...

Mittwoch, April 05, 2006

Das bisschen Haushalt...

Im ganzen Stolz über meine kleine Luise habe ich doch glatt vergessen, mit meinen Kochkünsten zu protzen. Wenn meine Mama und v.a. meine Oma schon erstaunt sind über meine hausfraulichen Fähigkeiten, dann muss wohl was dran sein... In der Spring-Break-Woche, in der ich außer Schlafen, Auto-Suchen, Filme-Gucken, Sport-Machen, um dann wieder schlafen zu gehen, nichts weiter zu tun hatte, hatte ich mich dazu bereit erklärt, einem amerikanischen Freund, der aus irgendeinem Grunde die schwäbische Küche sehr schätzt, Maultaschen zuzubereiten. In meinem Wahn (oder nennen wir es vielleicht besser Übermut) hatte ich noch nicht einmal bedacht, dass ich Maultaschen zuvor weder gesehen noch gegessen, geschweige denn jemals selbst gemacht hatte. Aber nun stand die Einladung im Raum - und Aufgeben gibts bei mir nicht. Also begann das Abenteuer Maultaschen. Wusstet ihr eigentlich, wie viele verschiedene Koch- und Back-Online-Portale es allein auf deutsch gibt?! Am Ende fand ich ein Rezept, das einfach genug erklärt war, um es selbst mir verständlich zu machen. Irgendeine schwäbische Grundschule hatte das wohl als Arbeitsmaterialien online gestellt - und rettete damit unwissenderweise meine großen, unüberlegten Versprechen... Nachdem ich am Donnerstag Freunde zum Fondue-Essen eingeladen hatte, fühlte ich mich in der Lage, die Maultaschen am Freitag anzugehen. Man muss sich seine Kochziele ja immer höher stecken! Ich begann dann auch schon am frühen Nachmittag mit dem Pasta-Teig und vollführte ein paar kreative Denkleistungen, um das fehlende Nudelholz zu kompensieren. Oma, am anderen Ende der Telefonleitung, musste sich auch einiges einfallen lassen, um den Teig noch zu retten. Warme Milch brachte schließlich das gewünschte Ergebnis (echter Geheimtipp, falls der Teig nämlich zu bröselig zum Ausrollen ist!!!) Früher anfangen, früher fertig werden - das war eigentlich mein Plan. Wurde natürlich nichts draus. Diese Maultaschen waren anstrengender (super Oberarm-Training!) und langwieriger (oder war ich nur langsam... das Ganze dauerte 4 Stunden!) als gedacht und wurden daher natürlich auch erst nach Eintreffen der Gäste, Peter und Elizabeth aus meinem Institut sowie Collin, der sich die Maultaschen gewünscht hatte, fertig. Collin durfte dann auch gleich mal den Feinschliff am Ende übernehmen und Variante a: Maultaschen gebraten, vollenden, während ich der Variante b: Maultaschen in Rinderbrühe, den Rest gab. Sozusagen. Hier die Ergebnisse in Fotoform (jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass euch das Wasser im Mund zusammenläuft...). In Wirklichkeit waren vier vollgeschlagene Bäuche das Resultat dieses Kochversuchs. Ob ihrs glauben wollt oder nicht: Niemand ist mit einer Lebensmittelvergiftung nach Hause oder hat sonst irgendetwas Negatives bemerkt. Das große Danke gebührt natürlich eigentlich schon meiner Oma Helga, die mir aus meiner Bröckel-Teig-Patsche geholfen hat. Aber der Rest war made by Silvana! Bin so stolz ;-)

Mittwoch, März 29, 2006

Es ist ein Mädchen!

Noch nicht ganz neun Monate hier - und schon habe ich Nachwuchs bekommen. Darf ich vorstellen:
Luise Armstrong!

Ist sie nicht eine Süße? Die Erklärung des Namens bringt so ziemlich alles mit sich, was ihr über meinen kleinen Flitzer wissen müsst. Erst einmal zur Vorgeschichte: Nachdem ich mich entschieden hatte, doch noch länger in Cincinnati zu bleiben, war mir dann recht schnell klar, dass dieses Vorhaben ohne ein eigenes Auto nicht besonders spaßig würde. Auf jeden Amerikaner kommt hier mindestens ein Auto (nun gut, vielleicht ist das ein wenig übertrieben, aber ich glaube, dass ich nicht weit vom exakten Wert abweiche...) und genauso funktioniert alles im amerikanischen Alltag auch - alles nur mit dem Auto erreichbar. Zur Uni und zum Supermarkt komme ich mit meinem Fahrrad zwar noch, aber darüber hinaus wird es kritisch.

Mit meinem Wissen über Autos ist es trotz Herrn Kainaths guter und meines Erachtens gelungener Ausbildung jedoch immer noch nicht zum Besten bestellt, sodass ich auf die Hilfe meines Vermieters angewiesen war. Er war unermüdlich dabei, in den letzten beiden Wochen passende Gebrauchtwagen für mich zu finden und anzugucken. Selbst wenn ich schon vollkommen entnervt war, hatte er immer noch ein Grinsen auf dem Gesicht und meinte ganz enthusiastisch, dass wir schon noch ein Auto finden würden, das "Silvana" drauf stehen habe. Und das hatten wir dann nach langer, größtenteils enttäuschender Suche auch gefunden.

Mitten in der Ohio-Einöde, Meilen und Meilen außerhalb von Cincinnati wollte ein älteres Ehepaar ihr Auto verkaufen, weil der 80-jährige Herr einen richtigen Pick-Up-Truck haben wollte (der Suggi versteht das, oder?!). Pech für seine Ehefrau, Glück für mich. Der Buick war damit meiner. B-U-I-C-K (sprich: Bjuuick): Das ist eine amerikanische Automarke, wie ich auch erst vor 3 Tagen gelernt habe. Und wie ich einen Tag später erfuhr besonders charakteristisch für "very old ladies". Nun ja, das Thema mit den 23 Jahren hatten wir ja schon einmal. Ich dachte, ich wäre darüber hinweg. Nun ja, so kam Luise zumindest zu ihrem Namen.

Als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit zu meinem Computer Hugo, meinem lieben Opa, konnte mein "old-lady-car" nur Luise nach meiner Oma genannt werden. Zumal sie die roten Plüschsitze ganz sicher sehr geschätzt hätte. Das mit dem Armstrong als Nachnamen hat sich dann einfach so ergeben. Stark (= strong...nur damit du das jetzt auch verstehst, Danni!) ist sie ja nun einmal und die Anlehnung an v.a. Louis Armstrong, meinetwegen aber auch Lance oder Neil, hält natürlich jeder kritischen Prüfung stand. Nun steht die kleine blitze-blank innen und außen gesäubert (das war auch bitter nötig, um die Vergangenheit auf dem Lande unsichtbar zu machen...) vor meinem Haus und wartet darauf, endlich die große Stadt kennen zu lernen. Ich übrigens auch, denn die Straßen hier sind doch noch ganz schön verwirrend. Auch das passt aber zu Luise, wie ich erfahren habe. Das mit der Orientierungslosigkeit muss ich wohl von ihr geerbt haben ;-)

Und bald fährt noch eine weitere old lady bei Luise mit: Meine Mama kommt mich besuchen!!! (Tschuldigung, Mama, war natürlich nicht so gemeint...ich brauchte nur eine gute Überleitung...). Heute morgen kam die gute Nachricht, dass die Bewerbung als Flugbegleiter bei AFS erfolgreich war. Meine Mama wird also am 28. Juni deutsche Austauschschüler aus New York zurück nach Hause bringen. Dafür kann sie sich aussuchen, wann sie herfliegen möchte - sodass sie wahrscheinlich knapp 10 Tage hier sein wird - und mit Luise und mir umherflitzen kann. Am Ende ihres Aufenthaltes wollen wir dann New York unsicher machen - wahrscheinlich ohne Luise, aber meine Oma war ja auch kein Großstadtmensch...

P.S. Nur um schon mal dämlichen Kommentaren zuvor zu kommen: Die kleinen Dellen im Auto sind natürlich nicht von mir. Ich nehme mal an, dass der ehemalige Besitzer (sicher der Mann) einen kleinen Unfall hatte. Er sagte etwas von Wildschaden...aber so blöd kann man ja auch wohl nicht einparken oder rückwärts fahren, oder, Danni? ;-)

P.P.S. Der Sticker von der hinteren Stoßstange kommt natürlich noch ab - so weit hat mich das Ami-Land nun doch noch nicht infiziert.

Donnerstag, März 09, 2006

Die Entdeckung der Nacht

Ich übertreffe mich wieder einmal selbst. Es ist nun schon das zweite Mal in dieser Woche, dass ich hier schreibe, aber ich konnte nicht widerstehen. Zumal die Alternative gerade das Schreiben einer Hausarbeit ist. Das werde ich dann wohl morgen früh machen müssen. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, nur kurz bei Wlads Geburtstagsfeier vorbeizuschauen, um dann in meiner normalerweise so produktiven Phase zwischen Mitternacht und 2 nochmal richtig loslegen zu können... stattdessen surfte ich ein wenig orientierungslos im Internet herum, auf der Suche nach einer sinnvollen gute-Ablenkung-bei-akutem-Hausarbeitsdruck-Tätigkeit. Und ich habe sie gefunden. Schließlich findet man so etwas immer viel leichter als die eigenen Hausschlüssel, wenn man sie dringend braucht (warum eigentlich?!). Dieser Link hier bringt euch direkt auf eine Seite mit dem Bild der Erde. Noch nicht besonders spannend, werdet ihr sagen (obwohl ich Satellitenbilder an sich schon immer sehr interessant finde...). Aber wenn man nun auf die Erde klickt, dreht sie sich um ihre eigene Achse, wie meine Geo-Lehrerin es in der 5. Klasse erklärt hat. Das Beste kommt aber noch: Die Ansicht der Erde ist die aktuelle Ansicht aus dem All, sodass man sehen kann, welche Seite der Erde gerade taghell von der Sonne beleuchtet ist und welche im Dunkel der Nacht verschwindet. Im Moment sieht das Ganze ungefähr so aus wie hier im Bild. Ist das nicht großartig? Aber jetzt werde ich mal besser ins Bett verschwinden, bevor sich meine Seite der Erde wieder der Sonne zuwendet...
Good night!
P.S. Ist doch Wahnsinn, wie hell die Ostküste der USA ins All strahlt, obwohl es tiefste Nacht ist, oder?

Sonntag, März 05, 2006

(Fast) nix Neues

Tatsächlich hat sich der Anteil berichtenswerter Erlebnisse und Ereignisse in den letzten Wochen deutlich gesenkt – über amerikanische Langeweile kann ich mich trotzdem nicht beschweren. Ich wollte halt nur niemanden mit meinen Alltags-Stories zum Gähnen bringen. Deswegen seien schon mal alle im Voraus gewarnt: Dieser Eintrag wird keine netten Fotos oder aufregenden Geschichten enthalten – schade eigentlich, aber das ändert sich hoffentlich auch bald wieder.
Die große Nachricht erst mal ganz an den Anfang: Ich habe mich entschieden, noch ein Jahr länger in Cincinnati zu bleiben. Diese Wahl hatte ich ja eine ganze Zeit lang vor mir hergeschoben, aber mein Vermieter hat mich dann zu einer Entscheidung genötigt ;-) Das Angebot lautete: Wenn ich vor dem 31. Januar meinen Mietvertrag um ein Jahr verlängere, muss ich für die Septembermiete $ 100 weniger bezahlen. Ja, ich hab mich kaufen lassen. Schließlich bin ich hier im kapitalistischen Ausland und muss meine Ossi-Identität ja nicht sooooo deutlich machen ;-) Sollte jemand mehr als $ 100 bieten, damit ich wieder nach Deutschland zurückkomme, könnte ich mir das ja vielleicht noch mal überlegen...nein, Spaß beiseite. Ich habe halt (fast) überhaupt keine Nachteile, wenn ich noch ein Jahr länger hier bleibe. Der Master, den ich hier machen möchte, ist sowieso eigentlich ein 2-Jahres-Programm, sodass das Institut hier auch zwei Jahre lang zahlt. Das ganze Programm in einem Jahr durchzuziehen, ist selbst mir zu stressig – v.a. weil so unnötig stressig. Und meinen deutschen Abschluss kann ich immer noch in der Regelstudienzeit machen, weil die Stiftung den Master „nur“ als Zusatzabschluss anerkennt und mir mein Staatsexamen noch finanziert. Da hab ich ne Menge Glück gehabt, dass das alles so gut gelaufen ist. Von daher stelle ich mich grad darauf ein, ein Jahr länger hier zu bleiben – jetzt kann ich all den ganzen Schnick-Schnack für die Wohnung ohne richtig schlechtes Gewissen kaufen ;-) Teebeutelgarage – ich komme! Und für das nächste Quarter steht die Anschaffung eines Autos ganz oben auf der Liste. Ich hoffe mal, dass mein Vermieter mir wieder mal helfen kann, recht günstig was Nettes zu bekommen. Der Fiat Cinquecento ist zwar noch nicht in Vergessenheit geraten, aber den hier zu kriegen, ist dann wohl doch unmöglich. Schade eigentlich...
Unitechnisch ist alles in bester Ordnung. Die letzte Woche des Quarters steht vor der Tür. Für mich heißt das: noch zwei Hausarbeiten und einen Vortrag bis Donnerstag. Ich will ja gar kein Mitleid, aber seid deshalb bitte, bitte nicht böse, dass ich ewig auf Antworten warten lasse. Mein eigenes schlechtes Gewissen ist schon so viel zu groß. Wenn das Quarter vorbei ist, werde ich ganz sicher wieder zuverlässiger, was das Schreiben angeht. Versprochen!
Ansonsten gibt es wirklich nicht viel Neues zu berichten. Ich habe jetzt zusammen mit Jamie das neue Fitnesscenter auf dem Campus für mich entdeckt, wo wir zwei Mal pro Woche schwimmen gehen (um anschließend im Whirpool zu entspannen – wohltuendes aaaaah!) und uns ab und zu an den Geräten austoben. Projekt Sommer-Sonne-Strandfigur geht in die nächste Runde ;-)
Die Reiserei hat vorerst auch ein Ende genommen. Vor zwei Wochen war ich noch mal mit ein paar Kommilitonen in Chicago bei einer Konferenz über römische Geschichte und Archäologie. Genaueres erspare ich dem uninteressierten Leser (Danni...) jetzt – aber wer mehr wissen möchte, kann gern nachfragen oder hier nachschauen, denn ich bin von den Vorträgen sehr begeistert gewesen. Das Thema, das im Mittelpunkt stand, scheint noch ne Menge Forschungsbedarf zu haben und ist extrem interessant. Aber was ist schon uninteressant in den Altertumswissenschaften? ;-) Nicht umsonst bin ich ja dankbar für diese einjährige Studienverlängerung - oder nennen wir es lieber Studienintensivierung. Das klingt vielleicht ein bisschen besser. Ich stürze mich daher auch mal gleich wieder in die Arbeit, um meine vorlesungsfreie (!) Zeit dann besser genießen zu können. Wer spricht schon gern von Semesterferien?!

Sonntag, Januar 29, 2006

Irgendwann ist jeder Geburtstag einmal vorbei...

Sonntag, 29. Januar 2006...damit ist mein Geburtstag dann wohl jetzt endgültig vorbei. Schade eigentlich, Geburtstage geben einem so tolle Ausreden für alles mögliche und insbesondere für phantastische Geburtstagsfeiern ;-) Leider stellen sie keinen Grund dar, keinen Vortrag halten zu müssen - aber gut, das hab ich überstanden. Dafür ging es direkt nach meinem Geburtstag-Vortrag über die "Umwandlung der Geschlechter bei Catull" zur Umwandlung des Tages von Arbeits- zu Feiertag.
Nach einem phantastischen Abendessen im Thai-Café (hmmm!) mit meinen Mädels (das Foto ist zugegebenermaßen nicht bestens gelungen, aber ich hatte meine Kamera leider nicht dabei...von links nach rechts: Veronica, Frances, myself und Jamie), gabs unerwarteterweise ein kostenloses Geburtstags-Eis bei Greater's (wer sich selbst von dessen grandioser Qualität überzeugen will, kann ja mal hier vorbeischauen). Überhaupt sind Geburtstage in den USA vollkommen günstig, finanziell gesehen: Hier lädt man nicht ein, sondern wird auf alles eingeladen...nun ja, das war mir doch ein wenig zu komisch, sodass ich meinen Geburtstag kurzerhand als echt deutsch deklariert habe und so mein schlechtes Gewissen wegschieben konnte.
Nach dem Essen gings dann zu Murphy's - meinem Lieblings-Pub (und günstigerweise gleich bei mir um die Ecke, maximal 90 Sekunden Wegstrecke!), wo dann in größerer Runde weitergefeiert wurde. Der Großteil der Leute dort waren die internationalen Studenten, aber auch ein paar von meinen Kommilitonen waren dabei. Dort gab es dann Geschenke - yeah! Bin jetzt stolze Besitzerin des "SET"-Kartenspiels und einer Kollektion italienischer Kühlschrankmagnete für Kühlschrankpoesie vom Feinsten! Nicht zu vergessen: Die von Nadine extra aus Deutschland importierten Tempo-Taschentücher, echt mehrlagig und reißfest! Man wird hier in den USA in Sachen Taschentücher wirklich anspruchslos ;-). Nach einer kleinen Aufwärmphase (am liebsten versüßt durch meinen Lieblingsdrink "Car-Bomb"), stieg dann die Party!
Und ab Mitternacht, ja spätestens jetzt musste ich der hässlichen 23-Zukunft ins Auge blicken, feierten wir dann Stefans Geburtstag (der hat wenigstens die 23 schon hinter sich...). Da Bars im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einem leider nicht die Freiheit geben zu feiern, wie lange man selbst möchte, endete diese Party dann um 2, als die Bar (wie üblich) schloss (oh, American Dream!).
Aber am Wochenende sollte ja weitergefeiert werden, sodass sich die Betrübnis im Rahmen hielt. Freitag ging es mit meinen Kommilitonen und ein paar internationals nochmal zu Murphy's - und dann, Geburtstagskind durfte entscheiden!, zu meiner Lieblings-Friday-Night-Location: Jacobs, 80er-Jahre-Party!
Dann war auch schon der Samstag, der Tag DER Party da. Wlad und Kathi hatten ihre Wohnung für die Geburtstagsfeier von Stefan, Carsten und mir zur Verfügung gestellt (DANKE!), sodass wir uns erst einmal alle dort warm feierten, um dann zum grandiosen Longworth's zu fahren. Auch das ist eine meiner Lieblingsbars (ich mach auch noch was anderes hier, als Bars zu testen - wirklich!) wegen der Vielfalt dort: unten ist es eine gemütliche Kneipe mit rockiger Live-Musik, oben gibts dann die DJ-Tanzfläche für body-shaken. Dort gabs natürlich wieder genügend Car-Bombs (dieses Mal nur ohne fotografische Dokumentation) und als die Bar schloss (ratet mal, wann...ja, genau, 2 a.m.), verlagerten wir den Party-Mittelpunkt zurück zu Kathi und Wlad ins Clifton-House. Mit einem sehr vielfältigen 70er - 80er - 90er - Mix tanzten wir uns dann irgendwann früh morgens müde...tja, und das war dann wohl der definitive Abschluss des Geburtstages! Aber gelungen, das steht fest! Fotografische Dokumentation folgt, aber Nadine hat auf ihrem Blog schon vorgelegt (siehe Link-Liste).
Auch wenn dieser 23. Geburtstag ohne direkte, persönliche familiäre Beteiligung war, so hatte ich meine Liebsten ja per Videobotschaft (die verbarg sich nämlich hinter dem mysteriösen Kalender-Geburtstagsgeschenk!) bei mir - DANKE, ihr Lieben! Wer übrigens noch immer daran zweifelt, ob ich tatsächlich bis zum 24. Januar gewartet habe, um das Geschenk zu öffnen, der darf die Zeugenaussage meiner Mama zur Kenntnis nehmen, die um Mitternacht Cincinnati-Time live am Telefon dabei war, als ich mich dem guten deutschen Klebeband auf, unter und um die CD herum abmühte!
So, nun stürze ich mich also in das 24. Lebensjahr (das macht es doch ein wenig erträglicher...danke, Andreas und allen anderen, die mir aufmunternde "23-ist-doch-gar-nicht-so-hässlich"-Worte mit auf den Weg gegeben haben!) hier in den USA und harre gespannt, aber nicht untätig natürlich ;-) , der Dinge, die da so kommen mögen!