Sonntag, April 23, 2006

Herzlichen Glückwunsch!

Ich dachte, dass dieses sportlich in jederlei Hinsicht und weltweit (wie es scheint) erfolgreiche Wochenende einen Eintrag hier in meinem Blog verdient. Meine kleine Schwester hat mit ihrer Handball-Mannschaft als Meister in ihrer Spielklasse nämlich den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft. Glückwunsch, Danni! Wie ich gehört habe, war das Finale letztlich schon spannend und recht knapp - umso besser, dass ihr es geschafft habt. Vor allem mit so souveränen 7-Metern (wenn sie auch ein wenig lasch waren, wie ich hörte ;-) Nein, Spaß beiseite. Ich hoffe, dass ihr im nächsten Jahr in der neuen Liga gut mitmischen könnt und drücke die Daumen von hier aus.
Auch hier war das Wochenende sportlich erfolgreich. Für die Cincinnati Bearcats und natürlich mich - schließlich habe ich einigermaßen erfolgreich die Spielregeln im Baseball vermittelt bekommen (und ich glaube sogar verstanden...) und die Bearcats haben dann ihre Gegner aus Georgetown mit 18:2 regelrecht platt gemacht. Meine Kommilitonen Marc und Chris hatten mich zum Baseball eingeladen und angeboten, mir ihr gesamtes Baseball-Wissen zugute kommen zu lassen. Denn irgendwie hat Baseball am Ende doch eher weniger mit Brennball zu tun, als ich im Vorhinein naiv angenommen hatte. Aber woher soll man das als Deutsche auch wissen?!? (Für diejenigen, die es interessiert: Ich habe hier einen spannenden Artikel über Baseball in Deutschland gefunden.) Nachdem ich dann verstanden hatte, was pitcher, batter, strikes, outs und homeruns sind, konnte ich das Spiel einigermaßen gut verfolgen. Sag mal, Danni, nachdem du "Eine Klasse für sich" nun wahrscheinlich schon 50 Mal gesehen hast: Hast du die Regeln eigentlich drauf? Ich fands jedenfalls manchmal ganz schön verwirrend. Naja, das Plüsch-Maskottchen der Bearcats hatte es mir zwischendrin dann doch wieder mal mehr angetan als das langwierige Baseball-Spiel... obwohl 18 Punkte für Cincinnati eigentlich schon so (ungewöhnlich) viele waren, dass das Spiel laut Marc und Chris (ungewöhnlich) interessant war für einen Anfänger wie mich. Aha. Gut zu wissen ;-) Da trat dann schon mal in den Hintergrund, dass es sportlich anderswo nicht so erfolgreich lief. Anscheinend wird Hansa jetzt zum Punkte-Samariter der 2. Bundesliga. Gegen Cottbus konnte ich das ja noch nachvollziehen. Weshalb aber nun gerade Ahlen die Punkte geschenkt wurden?! Who knows...

Dienstag, April 18, 2006

Ostern 2006

...war ne Menge los. Ich fang am besten mal am Anfang an (naja, streng genommen am Ende: Es war Karfreitag.). Das traditionelle Ostereier-Färben wollte ich mir auch hier in den USA nicht entgehen lassen. Deshalb lud ich einige internationale Studenten (eigentlich waren es ausschließlich Mädels...wo sind die kreativen Männer?! BASTI!!!) zu mir nach Hause ein. Nadine und ich hatten am Vortag alle möglichen Färbemittel gekauft, von "normalen" Färbetabletten über Wasser- und Handmalfarben bis zu Wachsstiften. Wir wollten der Kreativität ja freien Lauf lassen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten der internationalen Sorte (Erika aus Belgien: "Wie? Wir bemalen gekochte und nicht ausgeblasene Eier?") malten dann alle kräftig drauf los. Und so entstanden Freitag in stundenlanger Prozedur knapp 50 fantastische Ostereier - Vero, die vorher noch nie Eier gefärbt hatte, war ganz begeistert. Das Ergebnis konnte sich ja auch wirklich sehen lassen. Der Abend wurde dann bei Jacob's tanzend zu Ende gebracht.
Das war vielleicht eine nicht ganz so gute Idee, denn ich wollte am nächsten Morgen um 8 schon mit Joni, ihrem Freund Tim, seinem Sohn Noah und - nicht zu vergessen - Dodi, Jonis kleiner Hündin, nach Kentucky zum Campen und Wandern fahren. Doch Freitag Nacht ist Jacob's Pflicht - da verzichtete ich lieber auf meinen Schönheitsschlaf. Hat sich auch gelohnt. Kathi, Sandrine, John und ich hatten ne Menge Spaß beim Schwofen.
Na gut, ich war ganz schön k.o. am nächsten Morgen, als Luise und ich hinter den anderen 3 + Hund zweieinhalb Stunden gen Süden fuhren. Und ganz überzeugt war ich auch noch nicht, ob mir das alles so viel Spaß machen würde...bin ja eigentlich nicht so der Wandertyp, wie viele von euch wissen dürften ;-)
Das Grundstück, das Tim dort in Kentucky gehört, ist ein riesiges Waldgebiet, das von Felsen umgeben ist. Wir schleppten zunächst einmal alle Sachen ins "Schlaflager", einer ziemlich hoch gelegenen Höhle. Spätestens da bereute ich doch ein wenig, mich nicht ein bisschen mehr mit meinem Gepäck beschränkt zu haben. Nun wars zu spät. Ich hab's dann aber noch den Berg hoch geschafft - yippi!
Befreit vom Gepäck machten wir uns dann auf die große Wander-Kletter-Rutsch-Krabbel-Fall-Tour durch die Wälder und Felsen. Die Sonne brannte ordentlich, besonders auf meine Schultern. Aber in meinem Gepäck war alles - nur keine Sonnencreme. Wer erwartet auch Mitte April Sommersonne?! Doch ich will mich ja gar nicht beschweren, dass das Wetter so schön ist hier - wenn ich höre, wie eklig es grad noch zu Hause ist - ÄTSCH ;-)
Die Tour war besonders toll, weil ich ohne Ende Motive zum Fotografieren hatte. Sind nicht alles Meisterwerke geworden, aber ein paar Fotos sind schon ganz nett. Dodi, die fotogenste Hündin der Welt, wählte ich zu meinem Lieblingsmotiv, wie ihr an den Fotos (ich habe sie ins Fotoalbum gestellt) unschwer erkennen könnt. Nachdem wir stundenlang die Höhen und Tiefen der Gegend erforscht hatten, gabs dann Lagerfeuer, um die richtige Campingstimmung aufkommen zu lassen. Zwei Freunde von Tim gesellten sich zu uns - und so gabs eine große Runde Hot Dogs (Dodi ist zwar auch 'hot', war aber zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr...keine Angst, Danni!) und andere amerikanische campfire-goodies. Wir schliefen in der hoch gelegenen Höhle (naja, die Höhle war eigentlich eher eine große Einbuchtung in einen Felsen, unter dem wir es uns kuschlig machten) unter freiem Himmel mit Lagerfeuer...wie der Papa (oder war es gar schon der Opa?) von Opa Stock ;-)
Am nächsten Morgen (der Osterhase fand seinen Weg sogar in diesen entlegenen Teil Kentuckys...naja, eigentlich ist ganz Kentucky entlegen...) wanderten wir dann die andere Richtung ab und stiegen zu einem großartigen Felsbogen auf. Auch hier konnte ich natürlich nicht aufhören, Fotos zu schießen. Die Landschaft und die Felsen waren einfach zu verlockend. Als die anderen sich dann zur Kirche aufmachten, brach ich zurück nach Cincinnati auf. Schließlich hatten wir vor, ein Osterpicknick zu machen.
Also düste ich mit Luise (oder umgekehrt) über die Highways Kentuckys und Ohios, entledigte mich in Windeseile der Campingspuren (JAAAA! Fließend Wasser zum Duschen!!!) und fuhr mit den anderen internationalen Studenten in einen Park hier in Cincinnati zum Osterpicknicken. Ich hatte die vielen Ostereier dabei, die in verschiedenen Varianten zum Einsatz kommen sollten. Zunächst wurde das schönste Ei gewählt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hier das Foto der Top Ten. Am Ende setzte sich Jamies Kunstwerk durch. Das anschließende Eiertitschen konnte Vero mit ihrem "Bad-Girl-Egg" (in Erinnerung an Frances, die vor knapp einem Monat zurück nach Kanada gezogen ist) für sich entscheiden - genau wie die erste Runde Eiertrudeln auf der Babypiste. Der Park bot irgendwie nicht die richtigen Abhänge, die ich sonst so aus Cincinnati kenne. Die Alternative (asphaltierter Brückenabhang) überlebte keines der angetretenen Eier gesund und munter. Unseren Spaß hatten wir trotzdem - besonders beim anschließenden Schlemmen. Jeder hatte mehr oder weniger (meist mehr) zu Essen mitgebracht, sodass wir es uns richtig gut gehen lassen konnten. Dazu noch Klärchen von oben - perfekt! Da geriet dann schon mal in Vergessenheit, dass Ostern hier kein offizieller Feiertag ist. Schließlich sind Staat und Kirche ja getrennt. Da gibts keine christlichen Feiertage frei. Wo kämen wir denn sonst auch hin?!? Tststs, diese Amis...hauptsache Veteran's Day, Martin-Luther-King-Day, President's Day oder Memorial Day werden gefeiert...

Mittwoch, April 05, 2006

Das bisschen Haushalt...

Im ganzen Stolz über meine kleine Luise habe ich doch glatt vergessen, mit meinen Kochkünsten zu protzen. Wenn meine Mama und v.a. meine Oma schon erstaunt sind über meine hausfraulichen Fähigkeiten, dann muss wohl was dran sein... In der Spring-Break-Woche, in der ich außer Schlafen, Auto-Suchen, Filme-Gucken, Sport-Machen, um dann wieder schlafen zu gehen, nichts weiter zu tun hatte, hatte ich mich dazu bereit erklärt, einem amerikanischen Freund, der aus irgendeinem Grunde die schwäbische Küche sehr schätzt, Maultaschen zuzubereiten. In meinem Wahn (oder nennen wir es vielleicht besser Übermut) hatte ich noch nicht einmal bedacht, dass ich Maultaschen zuvor weder gesehen noch gegessen, geschweige denn jemals selbst gemacht hatte. Aber nun stand die Einladung im Raum - und Aufgeben gibts bei mir nicht. Also begann das Abenteuer Maultaschen. Wusstet ihr eigentlich, wie viele verschiedene Koch- und Back-Online-Portale es allein auf deutsch gibt?! Am Ende fand ich ein Rezept, das einfach genug erklärt war, um es selbst mir verständlich zu machen. Irgendeine schwäbische Grundschule hatte das wohl als Arbeitsmaterialien online gestellt - und rettete damit unwissenderweise meine großen, unüberlegten Versprechen... Nachdem ich am Donnerstag Freunde zum Fondue-Essen eingeladen hatte, fühlte ich mich in der Lage, die Maultaschen am Freitag anzugehen. Man muss sich seine Kochziele ja immer höher stecken! Ich begann dann auch schon am frühen Nachmittag mit dem Pasta-Teig und vollführte ein paar kreative Denkleistungen, um das fehlende Nudelholz zu kompensieren. Oma, am anderen Ende der Telefonleitung, musste sich auch einiges einfallen lassen, um den Teig noch zu retten. Warme Milch brachte schließlich das gewünschte Ergebnis (echter Geheimtipp, falls der Teig nämlich zu bröselig zum Ausrollen ist!!!) Früher anfangen, früher fertig werden - das war eigentlich mein Plan. Wurde natürlich nichts draus. Diese Maultaschen waren anstrengender (super Oberarm-Training!) und langwieriger (oder war ich nur langsam... das Ganze dauerte 4 Stunden!) als gedacht und wurden daher natürlich auch erst nach Eintreffen der Gäste, Peter und Elizabeth aus meinem Institut sowie Collin, der sich die Maultaschen gewünscht hatte, fertig. Collin durfte dann auch gleich mal den Feinschliff am Ende übernehmen und Variante a: Maultaschen gebraten, vollenden, während ich der Variante b: Maultaschen in Rinderbrühe, den Rest gab. Sozusagen. Hier die Ergebnisse in Fotoform (jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass euch das Wasser im Mund zusammenläuft...). In Wirklichkeit waren vier vollgeschlagene Bäuche das Resultat dieses Kochversuchs. Ob ihrs glauben wollt oder nicht: Niemand ist mit einer Lebensmittelvergiftung nach Hause oder hat sonst irgendetwas Negatives bemerkt. Das große Danke gebührt natürlich eigentlich schon meiner Oma Helga, die mir aus meiner Bröckel-Teig-Patsche geholfen hat. Aber der Rest war made by Silvana! Bin so stolz ;-)

Mittwoch, März 29, 2006

Es ist ein Mädchen!

Noch nicht ganz neun Monate hier - und schon habe ich Nachwuchs bekommen. Darf ich vorstellen:
Luise Armstrong!

Ist sie nicht eine Süße? Die Erklärung des Namens bringt so ziemlich alles mit sich, was ihr über meinen kleinen Flitzer wissen müsst. Erst einmal zur Vorgeschichte: Nachdem ich mich entschieden hatte, doch noch länger in Cincinnati zu bleiben, war mir dann recht schnell klar, dass dieses Vorhaben ohne ein eigenes Auto nicht besonders spaßig würde. Auf jeden Amerikaner kommt hier mindestens ein Auto (nun gut, vielleicht ist das ein wenig übertrieben, aber ich glaube, dass ich nicht weit vom exakten Wert abweiche...) und genauso funktioniert alles im amerikanischen Alltag auch - alles nur mit dem Auto erreichbar. Zur Uni und zum Supermarkt komme ich mit meinem Fahrrad zwar noch, aber darüber hinaus wird es kritisch.

Mit meinem Wissen über Autos ist es trotz Herrn Kainaths guter und meines Erachtens gelungener Ausbildung jedoch immer noch nicht zum Besten bestellt, sodass ich auf die Hilfe meines Vermieters angewiesen war. Er war unermüdlich dabei, in den letzten beiden Wochen passende Gebrauchtwagen für mich zu finden und anzugucken. Selbst wenn ich schon vollkommen entnervt war, hatte er immer noch ein Grinsen auf dem Gesicht und meinte ganz enthusiastisch, dass wir schon noch ein Auto finden würden, das "Silvana" drauf stehen habe. Und das hatten wir dann nach langer, größtenteils enttäuschender Suche auch gefunden.

Mitten in der Ohio-Einöde, Meilen und Meilen außerhalb von Cincinnati wollte ein älteres Ehepaar ihr Auto verkaufen, weil der 80-jährige Herr einen richtigen Pick-Up-Truck haben wollte (der Suggi versteht das, oder?!). Pech für seine Ehefrau, Glück für mich. Der Buick war damit meiner. B-U-I-C-K (sprich: Bjuuick): Das ist eine amerikanische Automarke, wie ich auch erst vor 3 Tagen gelernt habe. Und wie ich einen Tag später erfuhr besonders charakteristisch für "very old ladies". Nun ja, das Thema mit den 23 Jahren hatten wir ja schon einmal. Ich dachte, ich wäre darüber hinweg. Nun ja, so kam Luise zumindest zu ihrem Namen.

Als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit zu meinem Computer Hugo, meinem lieben Opa, konnte mein "old-lady-car" nur Luise nach meiner Oma genannt werden. Zumal sie die roten Plüschsitze ganz sicher sehr geschätzt hätte. Das mit dem Armstrong als Nachnamen hat sich dann einfach so ergeben. Stark (= strong...nur damit du das jetzt auch verstehst, Danni!) ist sie ja nun einmal und die Anlehnung an v.a. Louis Armstrong, meinetwegen aber auch Lance oder Neil, hält natürlich jeder kritischen Prüfung stand. Nun steht die kleine blitze-blank innen und außen gesäubert (das war auch bitter nötig, um die Vergangenheit auf dem Lande unsichtbar zu machen...) vor meinem Haus und wartet darauf, endlich die große Stadt kennen zu lernen. Ich übrigens auch, denn die Straßen hier sind doch noch ganz schön verwirrend. Auch das passt aber zu Luise, wie ich erfahren habe. Das mit der Orientierungslosigkeit muss ich wohl von ihr geerbt haben ;-)

Und bald fährt noch eine weitere old lady bei Luise mit: Meine Mama kommt mich besuchen!!! (Tschuldigung, Mama, war natürlich nicht so gemeint...ich brauchte nur eine gute Überleitung...). Heute morgen kam die gute Nachricht, dass die Bewerbung als Flugbegleiter bei AFS erfolgreich war. Meine Mama wird also am 28. Juni deutsche Austauschschüler aus New York zurück nach Hause bringen. Dafür kann sie sich aussuchen, wann sie herfliegen möchte - sodass sie wahrscheinlich knapp 10 Tage hier sein wird - und mit Luise und mir umherflitzen kann. Am Ende ihres Aufenthaltes wollen wir dann New York unsicher machen - wahrscheinlich ohne Luise, aber meine Oma war ja auch kein Großstadtmensch...

P.S. Nur um schon mal dämlichen Kommentaren zuvor zu kommen: Die kleinen Dellen im Auto sind natürlich nicht von mir. Ich nehme mal an, dass der ehemalige Besitzer (sicher der Mann) einen kleinen Unfall hatte. Er sagte etwas von Wildschaden...aber so blöd kann man ja auch wohl nicht einparken oder rückwärts fahren, oder, Danni? ;-)

P.P.S. Der Sticker von der hinteren Stoßstange kommt natürlich noch ab - so weit hat mich das Ami-Land nun doch noch nicht infiziert.

Donnerstag, März 09, 2006

Die Entdeckung der Nacht

Ich übertreffe mich wieder einmal selbst. Es ist nun schon das zweite Mal in dieser Woche, dass ich hier schreibe, aber ich konnte nicht widerstehen. Zumal die Alternative gerade das Schreiben einer Hausarbeit ist. Das werde ich dann wohl morgen früh machen müssen. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, nur kurz bei Wlads Geburtstagsfeier vorbeizuschauen, um dann in meiner normalerweise so produktiven Phase zwischen Mitternacht und 2 nochmal richtig loslegen zu können... stattdessen surfte ich ein wenig orientierungslos im Internet herum, auf der Suche nach einer sinnvollen gute-Ablenkung-bei-akutem-Hausarbeitsdruck-Tätigkeit. Und ich habe sie gefunden. Schließlich findet man so etwas immer viel leichter als die eigenen Hausschlüssel, wenn man sie dringend braucht (warum eigentlich?!). Dieser Link hier bringt euch direkt auf eine Seite mit dem Bild der Erde. Noch nicht besonders spannend, werdet ihr sagen (obwohl ich Satellitenbilder an sich schon immer sehr interessant finde...). Aber wenn man nun auf die Erde klickt, dreht sie sich um ihre eigene Achse, wie meine Geo-Lehrerin es in der 5. Klasse erklärt hat. Das Beste kommt aber noch: Die Ansicht der Erde ist die aktuelle Ansicht aus dem All, sodass man sehen kann, welche Seite der Erde gerade taghell von der Sonne beleuchtet ist und welche im Dunkel der Nacht verschwindet. Im Moment sieht das Ganze ungefähr so aus wie hier im Bild. Ist das nicht großartig? Aber jetzt werde ich mal besser ins Bett verschwinden, bevor sich meine Seite der Erde wieder der Sonne zuwendet...
Good night!
P.S. Ist doch Wahnsinn, wie hell die Ostküste der USA ins All strahlt, obwohl es tiefste Nacht ist, oder?

Sonntag, März 05, 2006

(Fast) nix Neues

Tatsächlich hat sich der Anteil berichtenswerter Erlebnisse und Ereignisse in den letzten Wochen deutlich gesenkt – über amerikanische Langeweile kann ich mich trotzdem nicht beschweren. Ich wollte halt nur niemanden mit meinen Alltags-Stories zum Gähnen bringen. Deswegen seien schon mal alle im Voraus gewarnt: Dieser Eintrag wird keine netten Fotos oder aufregenden Geschichten enthalten – schade eigentlich, aber das ändert sich hoffentlich auch bald wieder.
Die große Nachricht erst mal ganz an den Anfang: Ich habe mich entschieden, noch ein Jahr länger in Cincinnati zu bleiben. Diese Wahl hatte ich ja eine ganze Zeit lang vor mir hergeschoben, aber mein Vermieter hat mich dann zu einer Entscheidung genötigt ;-) Das Angebot lautete: Wenn ich vor dem 31. Januar meinen Mietvertrag um ein Jahr verlängere, muss ich für die Septembermiete $ 100 weniger bezahlen. Ja, ich hab mich kaufen lassen. Schließlich bin ich hier im kapitalistischen Ausland und muss meine Ossi-Identität ja nicht sooooo deutlich machen ;-) Sollte jemand mehr als $ 100 bieten, damit ich wieder nach Deutschland zurückkomme, könnte ich mir das ja vielleicht noch mal überlegen...nein, Spaß beiseite. Ich habe halt (fast) überhaupt keine Nachteile, wenn ich noch ein Jahr länger hier bleibe. Der Master, den ich hier machen möchte, ist sowieso eigentlich ein 2-Jahres-Programm, sodass das Institut hier auch zwei Jahre lang zahlt. Das ganze Programm in einem Jahr durchzuziehen, ist selbst mir zu stressig – v.a. weil so unnötig stressig. Und meinen deutschen Abschluss kann ich immer noch in der Regelstudienzeit machen, weil die Stiftung den Master „nur“ als Zusatzabschluss anerkennt und mir mein Staatsexamen noch finanziert. Da hab ich ne Menge Glück gehabt, dass das alles so gut gelaufen ist. Von daher stelle ich mich grad darauf ein, ein Jahr länger hier zu bleiben – jetzt kann ich all den ganzen Schnick-Schnack für die Wohnung ohne richtig schlechtes Gewissen kaufen ;-) Teebeutelgarage – ich komme! Und für das nächste Quarter steht die Anschaffung eines Autos ganz oben auf der Liste. Ich hoffe mal, dass mein Vermieter mir wieder mal helfen kann, recht günstig was Nettes zu bekommen. Der Fiat Cinquecento ist zwar noch nicht in Vergessenheit geraten, aber den hier zu kriegen, ist dann wohl doch unmöglich. Schade eigentlich...
Unitechnisch ist alles in bester Ordnung. Die letzte Woche des Quarters steht vor der Tür. Für mich heißt das: noch zwei Hausarbeiten und einen Vortrag bis Donnerstag. Ich will ja gar kein Mitleid, aber seid deshalb bitte, bitte nicht böse, dass ich ewig auf Antworten warten lasse. Mein eigenes schlechtes Gewissen ist schon so viel zu groß. Wenn das Quarter vorbei ist, werde ich ganz sicher wieder zuverlässiger, was das Schreiben angeht. Versprochen!
Ansonsten gibt es wirklich nicht viel Neues zu berichten. Ich habe jetzt zusammen mit Jamie das neue Fitnesscenter auf dem Campus für mich entdeckt, wo wir zwei Mal pro Woche schwimmen gehen (um anschließend im Whirpool zu entspannen – wohltuendes aaaaah!) und uns ab und zu an den Geräten austoben. Projekt Sommer-Sonne-Strandfigur geht in die nächste Runde ;-)
Die Reiserei hat vorerst auch ein Ende genommen. Vor zwei Wochen war ich noch mal mit ein paar Kommilitonen in Chicago bei einer Konferenz über römische Geschichte und Archäologie. Genaueres erspare ich dem uninteressierten Leser (Danni...) jetzt – aber wer mehr wissen möchte, kann gern nachfragen oder hier nachschauen, denn ich bin von den Vorträgen sehr begeistert gewesen. Das Thema, das im Mittelpunkt stand, scheint noch ne Menge Forschungsbedarf zu haben und ist extrem interessant. Aber was ist schon uninteressant in den Altertumswissenschaften? ;-) Nicht umsonst bin ich ja dankbar für diese einjährige Studienverlängerung - oder nennen wir es lieber Studienintensivierung. Das klingt vielleicht ein bisschen besser. Ich stürze mich daher auch mal gleich wieder in die Arbeit, um meine vorlesungsfreie (!) Zeit dann besser genießen zu können. Wer spricht schon gern von Semesterferien?!

Sonntag, Januar 29, 2006

Irgendwann ist jeder Geburtstag einmal vorbei...

Sonntag, 29. Januar 2006...damit ist mein Geburtstag dann wohl jetzt endgültig vorbei. Schade eigentlich, Geburtstage geben einem so tolle Ausreden für alles mögliche und insbesondere für phantastische Geburtstagsfeiern ;-) Leider stellen sie keinen Grund dar, keinen Vortrag halten zu müssen - aber gut, das hab ich überstanden. Dafür ging es direkt nach meinem Geburtstag-Vortrag über die "Umwandlung der Geschlechter bei Catull" zur Umwandlung des Tages von Arbeits- zu Feiertag.
Nach einem phantastischen Abendessen im Thai-Café (hmmm!) mit meinen Mädels (das Foto ist zugegebenermaßen nicht bestens gelungen, aber ich hatte meine Kamera leider nicht dabei...von links nach rechts: Veronica, Frances, myself und Jamie), gabs unerwarteterweise ein kostenloses Geburtstags-Eis bei Greater's (wer sich selbst von dessen grandioser Qualität überzeugen will, kann ja mal hier vorbeischauen). Überhaupt sind Geburtstage in den USA vollkommen günstig, finanziell gesehen: Hier lädt man nicht ein, sondern wird auf alles eingeladen...nun ja, das war mir doch ein wenig zu komisch, sodass ich meinen Geburtstag kurzerhand als echt deutsch deklariert habe und so mein schlechtes Gewissen wegschieben konnte.
Nach dem Essen gings dann zu Murphy's - meinem Lieblings-Pub (und günstigerweise gleich bei mir um die Ecke, maximal 90 Sekunden Wegstrecke!), wo dann in größerer Runde weitergefeiert wurde. Der Großteil der Leute dort waren die internationalen Studenten, aber auch ein paar von meinen Kommilitonen waren dabei. Dort gab es dann Geschenke - yeah! Bin jetzt stolze Besitzerin des "SET"-Kartenspiels und einer Kollektion italienischer Kühlschrankmagnete für Kühlschrankpoesie vom Feinsten! Nicht zu vergessen: Die von Nadine extra aus Deutschland importierten Tempo-Taschentücher, echt mehrlagig und reißfest! Man wird hier in den USA in Sachen Taschentücher wirklich anspruchslos ;-). Nach einer kleinen Aufwärmphase (am liebsten versüßt durch meinen Lieblingsdrink "Car-Bomb"), stieg dann die Party!
Und ab Mitternacht, ja spätestens jetzt musste ich der hässlichen 23-Zukunft ins Auge blicken, feierten wir dann Stefans Geburtstag (der hat wenigstens die 23 schon hinter sich...). Da Bars im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einem leider nicht die Freiheit geben zu feiern, wie lange man selbst möchte, endete diese Party dann um 2, als die Bar (wie üblich) schloss (oh, American Dream!).
Aber am Wochenende sollte ja weitergefeiert werden, sodass sich die Betrübnis im Rahmen hielt. Freitag ging es mit meinen Kommilitonen und ein paar internationals nochmal zu Murphy's - und dann, Geburtstagskind durfte entscheiden!, zu meiner Lieblings-Friday-Night-Location: Jacobs, 80er-Jahre-Party!
Dann war auch schon der Samstag, der Tag DER Party da. Wlad und Kathi hatten ihre Wohnung für die Geburtstagsfeier von Stefan, Carsten und mir zur Verfügung gestellt (DANKE!), sodass wir uns erst einmal alle dort warm feierten, um dann zum grandiosen Longworth's zu fahren. Auch das ist eine meiner Lieblingsbars (ich mach auch noch was anderes hier, als Bars zu testen - wirklich!) wegen der Vielfalt dort: unten ist es eine gemütliche Kneipe mit rockiger Live-Musik, oben gibts dann die DJ-Tanzfläche für body-shaken. Dort gabs natürlich wieder genügend Car-Bombs (dieses Mal nur ohne fotografische Dokumentation) und als die Bar schloss (ratet mal, wann...ja, genau, 2 a.m.), verlagerten wir den Party-Mittelpunkt zurück zu Kathi und Wlad ins Clifton-House. Mit einem sehr vielfältigen 70er - 80er - 90er - Mix tanzten wir uns dann irgendwann früh morgens müde...tja, und das war dann wohl der definitive Abschluss des Geburtstages! Aber gelungen, das steht fest! Fotografische Dokumentation folgt, aber Nadine hat auf ihrem Blog schon vorgelegt (siehe Link-Liste).
Auch wenn dieser 23. Geburtstag ohne direkte, persönliche familiäre Beteiligung war, so hatte ich meine Liebsten ja per Videobotschaft (die verbarg sich nämlich hinter dem mysteriösen Kalender-Geburtstagsgeschenk!) bei mir - DANKE, ihr Lieben! Wer übrigens noch immer daran zweifelt, ob ich tatsächlich bis zum 24. Januar gewartet habe, um das Geschenk zu öffnen, der darf die Zeugenaussage meiner Mama zur Kenntnis nehmen, die um Mitternacht Cincinnati-Time live am Telefon dabei war, als ich mich dem guten deutschen Klebeband auf, unter und um die CD herum abmühte!
So, nun stürze ich mich also in das 24. Lebensjahr (das macht es doch ein wenig erträglicher...danke, Andreas und allen anderen, die mir aufmunternde "23-ist-doch-gar-nicht-so-hässlich"-Worte mit auf den Weg gegeben haben!) hier in den USA und harre gespannt, aber nicht untätig natürlich ;-) , der Dinge, die da so kommen mögen!

Sonntag, Januar 22, 2006

Der Countdown läuft

Nur noch zwei Tage bis zu meinem Geburtstag ;-) ... und dann kann ich endlich das Geschenk aufmachen, welches seit meiner Abreise aus Deutschland auf dem Januar-Kalenderblatt klebt. Als Beweis meiner Standhaftigkeit hier das Foto vom ungebrochenen Siegel! Geburtstagspläne gibts auch schon genügend, wie ihr euch vorstellen könnt. Nur ich kann mir noch nicht vorstellen, 23 zu werden...ich finde, das ist die hässlichste Zahl überhaupt (ich beschwer mich ja nicht, dass das alt wär, aber ästhetisch ist "23" nun wirklich nicht) - also, "23"-Erfahrene Leser, ich erwarte aufmunternde Kommentare!
Diese Woche war extrem turbulent. Nach dem grandiosen Feiertag "Martin-Luther-King-Day", kurz MLK, (dafür liebe ich die Amis...diese Feiertage, die keinem so richtig (mehr?) was bedeuten...und natürlich für die allgegenwärtigen Abkürzungen!) mit blauem Himmel und Sonnenschein bei 20°C (das sind laut meinem unentbehrlichen Umrechnungshelferlein 68° Fahrenheit), konnte ich eine geschlossene Schneedecke über Cincy am Dienstag beobachten. Da es am Mittwoch aber ununterbrochen regnete, blieb die weiße Pracht leider nicht lang erhalten. Aber zumindest haben wir keine russischen Verhältnisse wie grad zu Hause (wie ich lese) von -20° (was sogar in Fahrenheit schon MINUS ist! ;-)
Am Freitag stand dann unsere traditionelle Coffee-Hour an. Das ist fast schon zur Institution geworden als Gegenveranstaltung zur grandios schlechten offiziellen Coffee-Hour der Universität. Jeder bringt etwas zu Essen oder zu Trinken mit (interessanterweise richtet sich das meist nach dem Geschlecht... ;-) - ursprünglich hieß es, dass man etwas Typisches aus seinem Land mitbringt. Aber dass mir schnell die Ideen ausgehen bei für mich machbaren deutschen Gerichten, dürfte jedem, der mich kennt, klar sein. Also legte ich mich ins Zeug und zauberte all-American Brownies - hmmmmmmmmmm! Dieses Mal waren wir bei Nadine (die übrigens auch in Rostock studiert hat, bevor sie hierher gekommen ist!) eingeladen. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten (Nadine hatte einfach zu viele gute deutsche Süßigkeiten mitgebracht!), führte Veronica uns dann in die Welt von "Set" ein - dem besten Kartenspiel, das ich seit Langem kennen gelernt habe. Meine Mission ist es jetzt, dieses Spiel nach Deutschland zu bringen... okay, wahrscheinlich bin ich nicht wirklich die erste, die das Spiel nach Deutschland bringt, aber ich glaube, dass einige von euch dieses Spiel lieben werden!!! Über meine Begeisterung für "Set" hab ich dann auch glatt das "Flip-Cup-Spielen" der Jungs vollkommen verpasst - aber die hatten auch so offensichtlich ne Menge Spaß!
Um meine Ringkomposition perfekt zu machen, zurück zu meinem Geburtstag ;-) Nachdem ich meinen Vortrag hoffentlich erfolgreich hinter mich gebracht haben werde (drückt mir die Daumen: Ich soll aus einem 2-Seiten-Artikel einen 7-seitigen Aufsatz machen und den präsentieren...das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt!), werde ich am Dienstag abends mit meinen besten Freunden hier thailändisch essen und danach in größerer Runde in einem Pub feiern gehen - das bietet sich umso mehr an, als Stefan ab Mitternacht Geburtstag hat (der hat das hässliche "23"-Jahr dann aber hinter sich...), sodass einfach weitergefeiert werden kann. Am Samstag steigt dann die große Party, deren Ort und Ausführung aber noch in den amerikanischen stars (and stripes ;-) steht. Ich lass euch Näheres in meinem nächsten Eintrag wissen - dass ihr alle herzlich eingeladen seid, versteht sich von selbst! Für Gäste aus Europa, stelle ich meine Wohnung als Unterkunft natürlich gern zur Verfügung ;-)

Montag, Januar 16, 2006

Back in town

So, zurück in Cincinnati seit genau einer Woche heute. Dass ich jetzt erst schreibe, zeigt euch in Echtzeit, dass ich von der Uni gleich vollkommen eingenommen wurde. Aber eins nach dem Anderen.
Montreal war phantastisch! Ich war am Donnerstag in aller Frühe hier in Cincinnati losgeflogen (nachdem ich den Extra-Security-Check mitgemacht hatte...ich weiß ja, dass ich nicht bestgelaunt war um 6:30 morgens am Flughafen, aber das macht mich doch nicht gleich zum Terroristen...) - Ziel war eigentlich, früh genug vor der Konferenz in Montreal zu sein, sodass ich mich noch ein wenig in der Stadt umschauen könnte. Aber United Airlines (Thank you sooo much!!! GRRRR!) verschlampte mein Gepäck und so hatte ich alle Zeit der Welt...nur leider am Flughafen. Mein Koffer kam erst am nächsten Abend an - naja, immerhin werde ich in Zukunft meine Sachen für so einen Notfall ein wenig anders packen - Zahnbürste gehört ins Handgepäck ;-)
Die Konferenz der Altphilologen und Archäologen Nordamerikas war riesig. Offiziell ging es um die vielen, vielen Vorträge - aber eigentlich auch nicht, denn es war ein großes Wiedersehen für alle und jeden bzw. Kennenlernen für so Leute wie mich, die vorher noch nie auf so einem Treffen gewesen waren. Frau Alexandridis, meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington forscht, war auch da, sodass wir auch unser Heimat-Institut würdevoll vertreten konnten in der Ferne. Nach 2 1/2 Tagen ausgefüllt mit besagten Vorträgen und abendlichen Feiern, konnte ich mich am Sonntag und Montag dann endlich Montreal widmen. Ich konnte im Museum of Fine Arts viele kanadische Künstler kennen lernen (zu Unrecht eher unbekannt...oder war ich nur so ignorant vorher??) und dann den alten Stadtkern am Hafen - v.a. mit dem vielen Schnee war das wunderschön - eine Märchenlandschaft halt! Fotos kommen später. In der Hektik der letzten Uni-Tage habe ich es noch nicht geschafft. Dafür haben es die Kanadier am Flughafen in Montreal auch geschafft, mit für den Extra-Security-Check auszuwählen. Zufall? Oder bin ich irgendwie in die Maschen der internationalen Terrorismusuntersuchungen gelangt?!?
Ja, aber nun zur Uni...dieses Quarter wird es wohl ein wenig übler zugehen für mich. Ich versuche zumindest, einen Kurs mehr als üblich zu machen, um theoretisch den Master innerhalb eines Jahres (also in diesem Sommer) zu beenden. Da das aber wahrscheinlich aber nicht ohne übermenschliche Anstrengungen funktionieren wird, werde ich im E-Fall einen Kurs streichen...und damit dann wohl darüber entscheiden, ob es ein zweites Jahr für mich in Cincinnati geben wird. Ich fühle mich zwar eigentlich gar nicht danach, das jetzt zu entscheiden, aber irgendwann muss das ja geschehen. Wenn irgendjemand eine gute Idee zur Entscheidungsfindung beitragen kann: Ich warte auf Kommentare ;-)

Montag, Januar 02, 2006

Happy New Year!

Okay, dies wird kein wirklicher Neujahrs-Eintrag, aber das Jahr ist noch jung genug, um euch allen ein frohes, neues Jahr zu wünschen. Ich hoffe, dass ihr alle einen netten Silvesterabend verbringen konntet - und dass eure guten Vorsätze noch Bestand haben ;-) Ich für meinen Teil sehe 2006 äußerst zuversichtlich entgegen und bin gespannt, was es alles so bereit hält. Auf jeden Fall werde ich wohl in den nächsten paar Wochen genauer wissen, ob ich nach dem Sommer wieder nach Cincinnati zurückkehren werde, um den Master hier zu machen. Im Moment bin ich noch unschlüssig und möchte mal abwarten, wie das neue Quarter (morgen geht's los...) so laufen wird. Doch bevor ich zu weit in die Zukunft schaue, erzähl ich euch lieber erst einmal, wie ich so die letzten Tage des Jahres 2005 verbracht habe.
Am 28. Dezember waren Joni, Dodi (ihre süße, kleine Hündin) und ich so ziemlich den ganzen Tag auf amerikanischen Highways unterwegs auf unserer 500-Meilen-Fahrt von Hazleton nach Cincinnati. Da wir uns aber beim Fahren abwechseln konnten, war es nicht allzu anstrengend. Zurück in Cincy wollte ich eigentlich meine Wohnung auf Vordermann bringen - aber dann war der Reiz des Filmes "Good Night, and Good Luck" doch zu groß. So kam ich in den Genuss eines phantastischen Films über die McCarthy-Ära, der wahnsinnig fesselnd und anregend war. Falls ihr also mal die Gelegenheit bekommen solltet, diesen Film (Drehbuch, Regie und Schauspieler: George Clooney!) anzuschauen (auch wenn er im Deutschland erst im April erscheint...ätsch-bätsch: Endlich mal ein wirklicher Vorteil hier in den USA! ;-) : Nicht lange zögern! Es lohnt sich wirklich.
Die nächsten Tage waren dann dem neuen Quarter gewidmet - und so bereitete ich die ersten Hausarbeiten vor (hab aus den letzten Tagen des letzten Quarters so meine Lehren gezogen ;-). Abends war ich dann mit Stefan (aus Deutschland) einmal beim Basketball, dann nochmal im Kino ("Narnia" - auch das empfehlenswert, aber natürlich eine vollkommen andere Spielklasse als "Good Night, and Good Luck." Immerhin läuft der jedoch schon seit Dezember selbst in den deutschen Kinos ;-).
Und dann war auch schon der Silvesterabend da - eines meiner Weihnachtsgeschenke, das Fondue von Michelle und Jarod, sollte zum Einsatz kommen. Ich hatte einige meiner Kommilitonen, Elizabeth, Patrick, Christina und ihren Freund, sowie Stefan eingeladen - und es wurde ein nettes Abendessen mit viel Spaß und natürlich zu viel Essen. Fondue halt. Anschließend feierten wir dann in einer Sportbar ganz in der Nähe in das neue Jahr hinein - nun gut, zu diesem Zeitpunkt war es bei den meisten von euch schon 6 Stunden alt. Aber so hatte ich zumindest nach deutscher Zeitrechnung die längste Silvesterparty meines Lebens ;-)
Morgen beginnt nun die Uni wieder - aber die Woche wird kurz, denn ich begebe mich gleich wieder auf Reisen. Ich kann's halt nicht lassen. Am Donnerstag in aller Frühe geht mein Flieger nach Montreal, wo ich an der jährlichen Konferenz der American Philological Association (APA)/ Archaeological Institute of America (AIA) teilnehme. Ich bin sicher, dass es sehr spannend sein wird, so viel neues Gedankengut in den Altertumswissenschaften an einem Ort versammelt zu sehen (oder v.a. zu hören). Bei der Gelegenheit treffe ich auch meine Archäologie-Dozentin aus Rostock, die gerade für ein Jahr in Washington arbeitet - zwei Rostocker in Montreal also. Zeit für Sightseeing sollte auch bleiben, da ich erst Montag Abend nach Cincinnati zurückkomme - YEAH! Spätestens dann geht das neue Quarter aber definitiv los und Silvana wird wieder busy, busy sein. Bis dahin hört ihr aber sicher noch einmal von mir! Bye!